immoflash

Noch weniger Zwangsversteigerungen

In 5 Bundesländern Tendenz fallend, im Rest steigend

Autor: Linda Kappel

Im Vorjahr wurden insgesamt über 2.150 Versteigerungstermine mit einem Schätzwertvolumen von 432 Mio. Euro in den österreichischen Bezirksgerichten anberaumt. Dies waren um drei Prozent weniger Termine als 2014, das Schätzwertvolumen ist hingegen um vier Prozent gestiegen. Dies gibt die SmartFacts Data Services GmbH bekannt, die regelmäßig den Gesamtmarkt der zur Versteigerung anberaumten Liegenschaften, die zugrunde liegenden Objektbewertungen sowie deren erzielte Verwertungserlöse beobachtet und analysiert.

In der Kategorie Wohnimmobilien waren im Jahr 2015 bundesweit sowohl die anberaumten Termine bei Versteigerungen (-8,6 Prozent) als auch das Schätzwertvolumen (-5,8 Prozent) rückläufig gegenüber 2014. Bei Gewerbeimmobilien zeigten lediglich die Termine eine rückläufige Entwicklung (-2,1 Prozent), wohingegen die zur Versteigerung stehenden Verkehrswerte um 15,5 Prozent zulegten. In der Kategorie Grundstücke tendierten im Vergleichszeitraum sowohl die Termine als auch die Schätzwerte um ca. 20 Prozent nach oben. In der Gesamtbetrachtung der zur Versteigerung anberaumten Objekte im Jahr 2015 betraf jeder 2. Termin eine Wohnimmobilie, jeder 4. Termin eine Gewerbeimmobilie und jeder 6. Termin ein unbebautes Grundstück. Den am Gesamtvolumen größten Anteil an Schätzwerten von 432 Mio. Euro nimmt nach wie vor Niederösterreich mit 77,5 Mio. Euro ein, gefolgt von Steiermark mit 63 Mio. Euro und Kärnten mit 59 Mio. Euro. Die Bundesländer Wien (57,5 Mio. Euro ), Tirol (50 Mio. Euro), und Salzburg (45 Mio. Euro) positionieren sich im Mittelfeld, Oberösterreich (39 Mio. Euro), Vorarlberg (24 Mio. Euro) und Burgenland (17 Mio. Euro) stellen die geringsten Volumina. Die Analyse nach anberaumten Terminen von Zwangsversteigerungen in den einzelnen Bundesländern zeigt, dass im Vergleichszeitraum Jahr 2015 zum Jahr 2014 in Kärnten, Wien, Tirol, Niederösterreich und Vorarlberg die Termine teils auf niedrigem Niveau rückläufige Tendenz aufwiesen. Moderate Zuwächse verzeichnen hingegen Steiermark, Salzburg, Oberösterreich und Burgenland. Nach Bundesländern betrachtet entfällt auch im Jahreszeitraum 2015 auf Niederösterreich der größte Anteil an Terminen von anberaumten Zwangsversteigerungen von 27,1 Prozent, gefolgt von Steiermark mit 17,3 Prozent, Tirol 11,2 Prozent und Oberösterreich 10,0 Prozent. Am unteren Ende der Skala liegen Wien mit 8,1 Prozent, Salzburg mit 5,0 Prozent und Vorarlberg mit 3,0 Prozent. Bezogen auf die Anzahl der Einwohner eines Bundeslandes werden nach wie vor in Burgenland die meisten Termine anberaumt. Die wenigsten Termine auf dieser Basis weisen die Bundesländer Vorarlberg, Oberösterreich und Wien aus.

Eine weiters beobachtete Tendenz: Die Gläubiger setzten vermehrt ein erhöhtes geringstes Gebot an, d.h. das geringste Gebot betrug mehr als die Hälfte des vom Sachverständigen geschätzten Verkehrswert der Liegenschaft – mit dem Risiko, dass nicht jeder dieser Termine dann einen Zuschlag verbuchen kann.