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Investmentrückgang in Österreich gering

Nur 17 Prozent weniger Volumen im 2. Quartal

Autor: Stefan Posch

In Österreich hat sich die Corona-Krise weniger dramatisch auf das Investmentvolumen ausgewirkt als in anderen europäischen Ländern. Rund 129 Milliarden wurden laut Zahlen von CBRE im ersten Halbjahr 2020 in europäische Immobilien investiert, wobei auf das zweite Quartal ca. 43 Milliarden Euro entfielen. Während im ersten Halbjahr, aufgrund des in Europa starken ersten Quartals, um 2 Prozent mehr investiert wurden als im Vergleichszeitraum 2019, waren es im zweiten Quartal um 39 Prozent weniger.

In Deutschland, Österreich, den Niederlanden sowie den CEE Ländern war der Rückgang weniger drastisch. In allen genannten Ländern reduzierten sich die Investmentvolumina im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 um rund 20 Prozent, in Österreich waren es sogar nur 17 Prozent.

"Österreich hat sich bis jetzt anders entwickelt und verhalten als andere europäische Staaten. Wir hatten ein schwaches erstes Quartal mit rund 450 Millionen Euro Investmentvolumen, im zweiten Quartal wurde allerdings mehr als doppelt so viel, nämlich rund eine Milliarde Euro, in österreichische Immobilien investiert", kommentiert Andreas Ridder, Managing Director CBRE Österreich & CEE, die Situation.

Die gefragtesten Assetklassen der letzten Monate in Europa waren Logistik- sowie Wohnimmobilien. Zwar blieb der Office Sektor mit rund 41 Milliarden Euro Investment die größte Assetklasse, Wohnimmobilien konnten aber massiv aufholen und lagen bei 33 Milliarden Euro Investment in Europa im ersten Halbjahr (+ 37% gegenüber dem Vorjahr). Bei Logistikimmobilien konnte ein Plus von 5 Prozent auf 15 Milliarden Euro festgestellt werden im ersten Halbjahr 2020.

"In Österreich haben Wohnimmobilien mit 36 Prozent des Investmentvolumens den Office Sektor (31 PRozent) im ersten Halbjahr bereits überholt, Logistikimmobilien sind mit 12 Prozent und einem Volumen von rund EUR 230 Millionen die drittstärkste Assetklasse", so Ridder.

Die größten Herausforderungen - sowohl auf europäischem Niveau als auch in Österreich - gibt es zurzeit für Retailimmobilien: in Europa fiel das Investmentvolumen im zweiten Quartal 2020 gegenüber jenem des Vergleichszeitraums des Vorjahres um 25 Prozent, in Österreich entfielen im ersten Halbjahr nur 8 Prozent des Investmentvolumens auf Retailimmobilien.

"Obwohl der Großteil Europas sich bereits Anfang März im Lockdown-Modus befand, waren die Auswirkungen in den meisten Märkten erst im Mai bzw. im zweiten Quartal massiv zu spüren. Wir gehen davon aus, dass der Trend, der in fast ganz Europa im Juni gestartet ist, sich nun fortsetzen wird und die Investmentaktivitäten in den kommenden Monaten steigen werden. Kapital ist am Markt vorhanden und wir sehen auch nur sehr geringe Veränderungen in der Preisgestaltung", so Ridder, der für Österreich eine ähnliche Entwicklung wie in Europa erwartet und von einem Investmentvolumen von mehr als 3 Milliarden Euro zum Jahresende ausgeht.

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