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Österreicher lieben Einfamilienhäuser

Neubauverbot stößt auf breite Ablehnung

Autor: Charles Steiner

Um der Bodenversiegelung in Österreich Herr zu werden, denken mehrere Gemeinden mittlerweile laut über ein Bauverbot weiterer Einfamilienhäuser nach. Vor allem im Speckgürtel ist das Thema mittlerweile virulent geworden, schließlich will man neben der Bodenversiegelung auch der Zersiedelung entgegenwirken. Nur: Offenbar spielen die Herren und Frauen Österreicher bei diesen Plänen nicht mit. Laut einer aktuellen Umfrage des Gallup Instituts im Auftrag von Raiffeisen Immobilien sprechen sich mehr als zwei Drittel, 68 Prozent, gegen ein Neubauverbot von Einfamilienhäusern aus.

Für 65 Prozent ist demnach das Einfamilienhaus nach wie vor die ideale Wohnform, vor der Ei-gentumswohnung mit 15 Prozent und dem Mehrfamilienhaus im Eigentum (5 Prozent). Die meisten Einfamilienhaus-Fans sind in Niederösterreich und dem Burgenland zu Hause (76 Prozent). Gegner eines solchen Verbotes finden sich besonders häufig unter Frauen (73 Prozent) und Besserverdienern mit einem Haushalts-Nettoeinkommen über 3.000 Euro (70 Prozent). Statt eines Verbotes sollten aus Sicht der ÖsterreicherInnen alternative Maßnahmen ergriffen werden - vor allem solche die auf den Erhalt bestehender Häuser abzielen und einen Beitrag zur Entwicklung ländlicher Regionen leisten. 79 Prozent der ÖsterreicherInnen sind für einen Ausbau der Breitband-Infrastruktur um Home-Office zu erleichtern und so den Pendlerverkehr zu reduzieren. 77 Prozent sprechen sich dafür aus die Ansiedelung von Betrieben vor Ort zu unterstützen, damit Verkehr reduziert und CO2 eingespart werden kann. Knapp zwei Drittel könnten sich vorstellen Einfamilienhäuser in Zukunft nur mehr dort zu bauen wo es Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel gibt, und 58 Prozent meinen dass Häuser wie früher in Siedlungen rund um ein Zentrum statt auf der grünen Wiese errichtet werden sollten.

Peter Weinberger, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich: „Der Traum vom Einfamilienhaus im Grünen scheint tief in der Wohn-DNA der Österreicher verankert zu sein - unabhängig von Krise und Klimawandel.“ Vor allem habe sich das Interesse an Einfamilienhäusern durch die Coronapandemie verstärkt, gibt Nikolaus Lallitsch, Sprecher von Raiffeisen Immobilien zu bedenken: „Wir sehen in Corona-Zeiten sogar ein noch zunehmendes Interesse an Einfamilienhäusern und auch weiter gewordene Suchradien - dank Home-Office und Digitalisierung.“