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ÖVI kämpft für Doppelmaklerschaft

"Deutscher Markt nicht vergleichbar"

Autor: Gerhard Rodler

Kaum in Deutschland eingeführt, wird auch hierzulande der Ruf nach dem Bestellerprinzip für Immobilienmakler laut. „Wie zu befürchten war, hat die geplante Einführung des Bestellerprinzips in Deutschland Nachahmungstäter hervorgerufen“, meint dazu ÖVI Maklersprecherin Sandra Bauernfeind. Dazu muss vorab betont werden, dass die Mietzinsbildungssysteme in Deutschland und Österreich nicht vergleichbar sind. Während in Deutschland die Miete weitgehend frei vereinbart werden darf, unterliegen große Teile des österreichischen Mietmarktes dem Richtwertzins und damit engen preislichen Beschränkungen. Das in allen Bereichen der Wirtschaft übliche Einpreisen der Vermarktungskosten wird aber dadurch dem Vermieter in Österreich unmöglich gemacht. „Sollte das Bestellerprinzip in Österreich eingeführt werden, und die Leistungen des Maklers nicht mehr von beiden Vertragsparteien honoriert werden, ist gerade bei Richtwert-Wohnungen fraglich, ob eine Vermarktung durch den Makler wirtschaftlich tragbar ist“, so Bauernfeind.

Der ÖVI lehnt die Forderung nach dem Bestellerprinzip für Immobilienmakler ab. Die in Österreich und in vielen anderen europäischen Ländern vorherrschende Doppelmaklerschaft weise viele Vorteile sowohl für Abgeber wie auch Abnehmer auf. Gerade Wohnungssuchende profitieren von den Leistungen des Maklers: „Auch die Services und Kompetenzen eines Maklers müssen berücksichtigt werden: Er verfügt über rechtliches, wirtschaftliches und technisches Wissen, ist in der Lage, den Wert einer Immobilie einzuschätzen und kann so ein für beide Seiten faires Geschäft zum Abschluss bringen“, so ÖVI Präsident Georg Flödl.

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Kommentare

Susanne Helf | 01.06.2015 19:44

Nur weil in Deutschland nun andere Sitten herrschen, muss der Österreicher nicht alles nachmachen. Aber gewisse Gremien hier mögen ja keine Makler und nutzen alles aus um ihnen zu schaden. Warum blicken wir nicht in die Länder , in denen der Makler geschätzt wird und nichts im Immobilienbereich ohne Makler gemacht wird.

Karl Fichtinger | 01.06.2015 17:14

...mir drängt sich der Verdacht auf, dass der ÖVI die einzige Organisation ist, die sich auch um die Rechte der Makler kümmert. Danke

Mag. Gregory Zauner | 01.06.2015 15:47

Der Auftraggeber sollte hier auch wie in anderen europäischen Ländern (im Zuge eines gewöhnlichen bzw. exkl. Vermittlungsauftrages) zumindest soviel Provision bezahlen wie der Kunde bzw. darüber hinaus. Der Kunde hat ohnehin schon Nebenkosten bzw. Einrichtungsaufwand (Marketing) etc. zu bezahlen Wie o.a. verfügt der Makler ja über recht­li­ches, wirt­schaft­li­ches und tech­ni­sches Wis­sen, ist in der Lage, den Wert ei­ner Im­mo­bi­lie ein­zu­schät­zen und kann sich so voll und ganz auf den Verkauf bzw. die Vermietung einstellen. Das sollten also die Abgeber sehr wohl honorieren und hier sollte der Verkäufer bzw. der Vermieter eine entsprechende Provision einkalkulieren und den Makler nicht als "Bittsteller" dasthehen lassen; sozusagen "Sie können sich die Provision ja eh' vom Kunden einholen..." Da bin ich also eher dafür dass der Abgeber tendenziell mehr bezahlt.