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ÖVI sieht weiter hohe Nachfrage

Blasengefahr am Wohnungsmarkt nicht in Sicht

Autor: Stefan Posch

Die österreichische Immobilienbranche kann auf ein erfreuliches Jahr 2016 zurückblicken. Betongold bleibt die beliebteste Anlageform, die Nachfrage in den Ballungszentren gleichbleibend hoch. Das zeigt der Marktrück- und Ausblick des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI), der gemeinsam mit Transaktionsdaten von IMMOunited präsentiert wurde.

Mehr als die Hälfte aller Wohnungskäufe in Österreich werden in Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck getätigt, 30 Prozent alleine in Wien. In der Bundeshauptstadt stiegen die Preise 2016 im Neubaubereich um drei Prozent und im Sekundärmarkt um sieben Prozent. Die Hälfte der verkauften gebrauchten Wohnungen lagen zwischen 2.400 und 4.000, neuwertige Wohnungen zwischen 3.300 und 4.800 Euro pro m². Vor allem die Preise bei früheren Nicht-Top-Lagen, wie etwa der 15. und 16. Bezirk, hätten eine Aufwertung erfahren, erklärt ÖVI-Vorstand Andreas Wollein. Der Sekundärmarkt sei aber ein schwieriger Markt geworden, da die Eigentümer "nur verkaufen, wenn es wirklich notwendig ist", so Wollein weiter. Gefragt seien in der Bundeshauptstadt vor allem Wohnungen im Niedrig- und Mittelpreissegment. Die höhere Wohnbauaktivität werde sich langfristig preisdämpfend auswirken.

Der günstigste der fünf Ballungsräume ist Graz. Die Hälfte der gebrauchten Eigentumswohnungen im Raum Graz lagen 2016 preislich zwischen 1.500 und 2.500 Euro pro m². Bei neuwertigen Wohnungen lag der Median zwischen 2.700 und 3.700 Euro pro m². Somit ist auch in Graz eine leichte Preissteigerung zu beobachten. Hinsichtlich der Transaktionen wird das Rekordjahr 2015 wohl nicht übertroffen werden. Die Preise in Linz lagen 1.700 und 2.800 Euro pro m² für gebrauchte Wohnungen etwas über dem Niveau von Graz.

Höhere Durchschnittspreise als in Wien in Salzburg: Die Hälfte der Transaktionen lagen 2016 bei 2.400 und 4.000 Euro pro m². Für neuwertige Wohnungen wurden im Mittel sogar 3.700 bis 5.000 Euro bezahlt. Auch in Innsbruck ist das Preisniveau hoch (2.500 - 4.000 Euro pro m² für gebrauchte bzw. 3.500 - 4.800 Euro pro m² für neuwertige Wohnungen). Auf dem Innsbrucker Immobilienmarkt kommen nur wenige Wohnungen auf dem Markt. Die restriktive Flächenwidmung und die geringe Bebauungsdichte verstärken das Problem.

Die anhaltende Steigerung der Verkaufspreise in Österreich habe Auswirkungen auf die Nachfrage, erklärt ÖVI-Vorstand Sandra Bauernfeind. Diese sei zwar nach wie vor ungebrochen, aber es gebe Veränderungen. "Effiziente Grundrisse sind gefragt", erklärt Bauernfeind.

An eine Immobilienblase glaubt Bauernfeind aber nicht. In Österreich sei genug Eigenkapital am Markt. Außerdem werde in Österreich noch immer vergleichsweise wenig für das Wohnen ausgegeben.