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Off-Market-Segment wächst stärker

Notverkäufe oder Warten auf Godot

Autor: Gerhard Rodler

Das Off-Market-Segment wird im Vergleich zu On-Market-Abschlüssen weiterhin wachsen und geht gestärkt aus der Corona-Rezession hervor. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage bei institutionellen Investoren. Die Umfrage wurde von bulwiengesa im Auftrag von HPBA durchgeführt. Fast 54 Prozent der Befragten rechnen mit einer Zunahme von Off-Market-Transaktionen, während nur 15 Prozent der Befragten Zuwächse bei On-Market-Modellen erwarten. Allerdings rechnen mehr als zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer generell mit einem Abschwung auf den deutschen Immobilientransaktionsmärkten wegen der Corona-Krise.

Die Erfolgsquote von Off-Market-Transaktionen liegt übrigens im Schnitt 17 Prozentpunkte höher als bei On-Market-Transaktionen. Ein Viertel aller Transaktionen hat sogar eine Off-Market-Erfolgsquote von 100 Prozent. Der Anteil derer, die eine hundertprozentige Erfolgsquote haben, liegt jedenfalls off-market sogar doppelt so hoch wie on-market. Das arithmetische Mittel liegt bei einer Erfolgsquote von 55 Prozent, somit ist mehr als jede zweite Off-Market-Transaktion erfolgreich. Bei On-Market-Verfahren ist dies nicht der Fall, dort führen nur rund 38 Prozent der verfolgten Transaktionen zum erfolgreichen Abschluss.

Weniger erfolgversprechend dürfte allerdings das Warten auf mögliche Notverkäufe sein. Die gab es schon bei der Finanzkrise 2007/08 nicht und seither sind die meisten Unternehmen weit krisenresistenter aufgestellt, auch wenn die aktuelle Krise derzeit möglicherweise tiefer geht. Dennoch rechnen mehr als 67 Prozent aller Befragten mit einer mäßigen bis starken Zunahme von Notverkäufen auf den Immobilientransaktionsmärkten. Immerhin ein Drittel geht schon jetzt davon aus, dass sich keine Veränderung zeigt.

Nachdem in den vorangegangenen zwei Studien allein die Marktdurchdringung von Off-Market- und On-Market-Transaktionen ermittelt wurde, zeigt die aktuelle Umfrage: Nur etwas mehr als drei Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten keine Off-Market-Ankäufe getätigt. Bei den Verkäufen lag dieser Wert bei mehr als einem Drittel. Somit zeigt sich, dass einige Akteure nach wie vor zögern oder durch die eigenen Compliance-Richtlinien gehindert werden. Rund zehn Prozent aller Befragten verkaufen jedoch inzwischen ausschließlich off-market.

Mit einem Anteil von beinahe 38 Prozent aller Verkäufe sind Büroimmobilien der stärkste Teilmarkt im Off-Market-Bereich, gefolgt von Wohnen mit rund 34 Prozent. Für die Verkäufe von Projektentwicklungen ist dieser Wert umgekehrt, dort führen Wohnimmobilien leicht vor Büroimmobilien.