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Onlinehandel für Retail harmlos

Nur 7 Prozent der Umsätze laufen über online

Autor: Gerhard Rodler

Wer hat Angst vor dem Onlinehandel? Die Vermieter von Geschäftsflächen können noch gelassen bleiben. Denn: Die Umsätze im Onlinehandel machen aktuell erst rund 7 Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze aus. Aber: sie steigen weiter stark an, vor allem bei Hartwaren, Bekleidung/Schuhe/Mode und bestimmten Dienstleistungen.

Ob der Onlinehandel schon bis zum Ende dieses Jahrzehnts rund 50 Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens ausmacht, wird auch davon abhängen, ob die Onlinehändler ihre Kostentreiber in den Griff bekommen (Warenzustellkosten, Retourenquoten). Laut Retail-Experte Dieter Bullinger von debecon wird das Ladengeschäft wohl nicht aussterben – nur dort kann der Kunde Ware (und zwar nicht nur die von ihm vorher am Computer ausgesuchte) sinnlich erleben (touch and feel) und kann zu Spontankäufen verführt werden – sofern im Laden seine Begehrlichkeiten geweckt werden.

Da die Kunden instore, mobile und online immer mehr verbinden, müssen auch die Läden „multi- und omni-channeling“ betreiben, den Kunden über digitale Angebote in das Ladengeschäft locken und die Läden und den Service dort zwecks Identitätsbestätigung und Einkauferlebnis „emotional aufladen“.

Dass bestehende großflächige Ladengeschäfte aufgrund dieser Entwicklung weniger Ware lagern (bei gleichzeitig besserer Inszenierung), also „smaller but showier“ werden, dafür aber kleinere Läden mehr Fläche für die Emotionalisierung ihrer Ware brauchen, betrifft auch die Shopping-Center, die vor der Herausforderung stehen, bei den Ladenzuschnitten flexibler werden zu müssen.