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Pamphlet für Eigenverantwortung

Barazon: Die Bevölkerung erwartet zuviel

Autor: Charles Steiner

Noch nie zuvor wurde in Österreich derart gegen die Regierung geraunzt - und die Protestwähler bringen die etablierten Großparteien ganz schön ins Schwitzen. Ist das gerechtfertigt? Für den Wirtschaftsjournalisten und Kolumnisten Ronald Barazon ist es das nicht. Im Gegenteil: In einem Videoblog konstatiert er dem österreichischen Wähler zu wenig Eigenverantwortung. Man erwarte sich, so Barazon, in der Manier der Monarchie zu viel von der Regierung - und das passe nicht in eine moderne Demokratie.

In Österreich habe sich zwar eine Lösungskultur mit den Sozialpartnern etabliert - nur diese Ära ist vorbei. Man ist in der „normalen“ Demokratie angelangt. Damit sie funktioniere, müsse der Wähler seine Erwartungen in diese zurückschrauben und sich mehr in die Pflicht nehmen. Als Beispiel: Man schimpft über das österreichische Bildungswesen - doch es hindert niemanden daran, dafür Sorge zu tragen, dass das Kind mit zehn Jahren lesen und schreiben kann. Oder die Pensionen:

Es stünde jedem frei, eine Eigenvorsorge zu treffen. Dann die medizinische Versorgung: Man schimpfe auf die Regierung, dabei könne man doch selbst ganz gut ins Fitnesscenter gehen, Sport treiben und so seine Gesundheit erhalten.

Die Konklusio: In einer Demokratie habe, so Barazon, der Wähler die Pflicht zur Eigenverantwortungen. Eine Protestwahl sei keine Lösung. Sehen Sie hier das ganze Video: https://www.youtube.c...tuC2OT4w3g oder hier: http://www.ronald-barazon.com/

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Kommentare

Patrick Schenner | 15.06.2015 15:16

Der Herr Barazon ist schon ein kluger Kopf - auch wenn der Ansatz nicht neu ist. Demokratie und Sozialstaat ist keine Turnbefreiung vom Denken und Anstrengen. Unser Sozialsystem hält niemanden von seinem Erfolg ab, verliert aber zunehmend seine Eigenschaft als Hängematte. Sich prophylaktisch darüber zu gerieren ist wohl kaum der Ansatz des Leistungsträgers. Selbigen (zB in der Form von Wohnungseigentümern) für seinen Fleiß mit mehr oder weniger offenen Enteignung unter dem Deckmantel der Solidarität zu "belohnen" wird bald an seine Grenzen stoßen.

??? | 15.06.2015 15:02

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass wir Monat für Monat hohe Beiträge und Steuern für unsere Pension, in das Bildungssystem etc. zahlen! Daher können wir uns von der Politik schon erwarten, mit unseren Steuergeldern sorgsam umzugehen und endlich tätig zu werden. Also nicht auf die Eigenverantwortung der Wähler schieben. Reformen müssen her, wacht endlich auf!!! Oder soll unser Land noch weiter absacken?