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Panama-Papers ziehen Immo-Kreise

London als Epizentrum für geheime Offshore-Immo-Netze

Autor: Linda Kappel

Die Panama-Papers förderten es zutage: Offshore-Gelder in Milliardenhöhe flossen offenbar über Briefkastenfirmen der internationalen Polit- und Wirtschaftsschickeria in den britischen Immobilienmarkt. Zu den schwarzen Schafen, die bis dato anonyme Besitzer von Top-Objekten vor allem in London waren, gehören etwa Pakistans Premierminister, der nigerianische Senatspräsident oder Iraks interimistischer Premier, schreibt die britische Zeitung "The Guardian".

Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Chalifa Bin Sajid al-Nahajan, auch Emir von Abu Dhabi, konnte so im Geheimen eines der größten Offshore-Immobilienkonglomerate im Wert von 1,2 Milliarden Pfund errichten. Er soll den nun vorliegenden Unterlagen zufolge über die panamaische Anwaltskanzlei Mossack Fonseca als Mittler mindestens 30 Unternehmen auf den britischen Jungferninseln gegründet haben, über die er Wohn- und Geschäftsgebäude in London gemanagt haben soll. Auch wenn die Anteile an diesen Firmen von Stiftungen gehalten wurden, sei doch de facto der Scheich und seine Familie begünstigt gewesen. In seinem Immobilienportfolio sollen sich demnach Objekte wie das BHS-Gebäude in der Oxford Street , bis hin zu Designer Outlets mit Mietern wie Hermès und Stella McCartney befinden.

Der Besitz von UK-Immobilien über Offshore-Unternehmen ist nicht illegal. Dennoch bekommen die Deals einen schalen Beigeschmack, denn für viele sind die illustren Immobilien-Tycoons Mitverursacher enormer Preissteigerungen auf der Insel.

Großbritannien soll laut Informationen von www.livemint.com mit 32.682 Personen die dritthöchste Zahl an Beratern weltweit haben, die mit den Mittelsmännern von Mossack Fonseca mit Sitz in Panama-Stadt, zu tun hatten, deren offenbar mangelhafte IT-Sicherheitspraxis zum bis dato größten Datenleak punkto Briefkastenfirmen führte.