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Parkhäuser bei Investoren immer beliebter

Bringt Renditedruck neue "Assetklasse"?

Autor: Charles Steiner

Die steigenden Preise für Liegenschaften und Grundstücke machen Investoren durchaus erfinderisch. Jetzt haben sie eine quasi neue Assetklasse für sich entdeckt, und zwar eine, die zuvor kaum auf dem Investorenradar aufzufinden war. Nämlich Parkhäuser. Laut einer Analyse des Immobiliendienstleistungsunternehmen Catella würden immer mehr Investoren auf Parkhäuser durch zwei Aspekte aufmerksam, und zwar der stetige Cashflow sowie das Wertsteigerungspotenzial. Durchschnittlich lägen, so Catella die Ankaufsrenditen bei 6,5 Prozent - womit sie deutlich höher liegen als die Assetklassen Office und Retail.

Konkretes Beispiel zur Beliebtheit von Parkhäusern: In Frankfurt am Main hält die CA Immo nördlich des Hauptbahnhofs ein Grundstück, auf dem ein Busbahnhof und ein Hotel entstehen soll. Ein Drittel der Fläche wird als Reserve gehalten, auf dem interimsmäßig ein Parkhaus errichtet wird, um Einnahmen sicherzustellen.

Wie Catella erklärt, gebe es in Europa etwa 48.000 Parkobjekte, von denen etwa 40 Prozent in der Hand von Kommunen und Handelsunternehmen seien. 30 Prozent sind im Eventbereich verortet, zehn Prozent finden sich an Flughäfen. Etwa 20 Prozent sind, so Catella, einer diffusen Nutzerstruktur zuzuordnen. Trotz Trends zu Car-Sharing und Elektrofahrzeugen seien keine Nachteile bei Parkhausinvestitionen in Sicht. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella: "Diese Trends verstärken eher die Nachfrage nach bezahltem Parkraum. Der in der Regel hohe Nachfrageüberhang stärkt die Marktmacht der Betreiber und macht tendenziell höhere Preise durchsetzbar."

In Bezug auf den Ertrag der Parkhäuser (europäischer Gesamtumsatz im Jahr 2015 von 8,58 Milliarden Euro) hat Deutschland mit rund 25 Prozent am Gesamtumsatz den größten Marktanteil - gefolgt von Frankreich (17 Prozent), Großbritannien (16 Prozent), Italien (15 Prozent) und Spanien (8 Prozent).