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Polen ist Core-Market

Schon lange nicht mehr Teil von Osteuropa

Autor: Gerhard Rodler

Mit Osteuropa, wie man es ansonsten kennt, hat Polen nichts mehr gemein. Im Gegenteil: Polen ist westlicher als der Westen. Und auch ein attraktiver Investmentmarkt. Zu diesem Schluss kommt jetzt auch die IVG in einer aktuellen Analyse.

Entsprechend der IMF Prognose wächst die polnische Wirtschaft in den Jahren 2014 bis 2018 um 3 Prozent p.a. Aufgrund des signifikanten Zusammenhangs zwischen makroökonomischer und immobilienmarktspezifischer Entwicklungen ist mit einer anhaltend hohen Flächennachfrage zu rechnen. Dynamisch wächst allerdings auch die Angebotsseite. Aufgrund des hohen Fertigstellungsvolumens ist die Leerstandsquote im Jahresverlauf von 8,1 auf 10,9 Prozent gestiegen. Dieser Prozess wird sich im nächsten Jahr fortsetzen.

Die Nachfrage nach Büroflächen in Warschau ist generell sehr dynamisch. So fiel der durchschnittliche Flächenumschlag, gemessen an der Relation zwischen Flächen-umsatz und -bestand der Jahre 2000-2012, mit 11 Prozent pro Jahr weitaus höher aus als in den etablierten westeuropäischen Bürostandorten.

Die starke makroökonomische Situation, niedrige Zinsen sowie die vergleichsweise hohe Kreditverfügbarkeit für Core Objekte haben zu steigenden Preisen bzw. sinkenden Spitzenrenditen geführt. In Warschau liegen die Spitzenrenditen für Büroimmobilien bei 5,9 bis 6,25 Prozent im CBD, bei 6,75 Prozent in den dezentraleren Lagen. Die Differenz zu den west- und nordeuropäischen Zentren ist vor dem Hintergrund der höheren Volatilität des Warschauer Büroimmobilienmarktes aktuell risikoadäquat.

Warschau ist mittlerweile ein sog. Core Markt mit einer hohen Liquidität und einem hohen Marktstandard. In dieser neuen Prägung kommt freilich nichts anderes zum Ausdruck als die zukünftige Wettbewerbsposition der Immobilienstandorte. Doch wissen das alle? Aus polnischer Sicht wird manchmal vergessen, dass im Ausland noch immer die CEE-Einteilung vorherrscht: Polen und damit Warschau, wird von etlichen Investoren noch immer in einen Topf mit Ungarn und Tschechien geworfen. Nach 20 Jahren Marktwirtschaft sei diese Abgrenzung aber nicht nur überholt, sondern sie ist gänzlich falsch, so IVG.