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Wohnflächen werden immer kleiner

Nur moderate Preissteigerungen in Wien

Autor: Charles Steiner

Die Wohnflächen pro Person in Wien schrumpfen - und zwar durchschnittlich auf 30 bis 45 m². Das geht aus einer Pressekonferenz der Raiffeisen Bank International (RBI) und Raiffeisen Immobilien heute Vormittag vor Journalisten hervor. Durchschnittlich lag 2018 die Wohnfläche pro Person bei etwa 36 m² und damit um zwei m² weniger als noch 2014. Dieser Trend werde sich verstärken - bis 2080 geht man basierend auf einer Analyse von Statistik Austria davon aus, dass knapp die Hälfte der Wohnungen in Wien Einpersonenhaushalte sein werden.

Zwar steigen die Wohnpreise in Wien - aber längst nicht mehr in dem Ausmaß wie noch die Jahre zuvor. Mehr noch: Es deutet sich langsam ein Preispeak an. Demnach ergeben sich in Wien nur mehr moderate Preissteigerungen - mit zwischen drei Prozent pro Jahr nur leicht über der Inflation.

Peter Brezinschek, Global Head of Research bei der RBI, spricht davon, dass sich der Markt Richtung Gleichgewicht bewegen würde: „Die Bevölkerung in Wien wächst nicht mehr so stark wie etwa 2015, dem gegenüber werden bis 2025 mehrere Wohnprojekte fertiggestellt.“ Generell würde das Bevölkerungswachstum bis 2030 abflachen. Somit würden sich Angebot und Nachfrage zunehmend einpendeln. Aktuell liege der Neubaubedarf bei zwischen 12.000 und 15.000 Wohneinheiten pro Jahr.

Matthias Reith, Senior Economist bei der RBI sieht höhere Zuwachsraten in Wien ohnehin nur in Bezirken mit niedrigerem Preisniveau, teure Bezirken lassen kaum mehr Preissprünge zu. Innerhalb des Gürtel seien die erzielbaren Mietrenditen nur mehr sehr niedrig, nur außerhalb ergeben sich noch Potenziale. Zudem würde der Nachfrageüberhang zunehmend abgebaut werden und Wien liege mit dem Anstieg der Kaufpreise ohnehin nur im europäischen Mittelfeld. Interessant im Zusammenhang zu leistbaren Wohnen ist im Übrigen die Tatsache, dass aktuell der Erstkäufer im Durchschnitt 37 Jahre als ist - nur ein Jahr älter als noch zu Vorkrisenniveau. Der Gewinn liegt im Übrigen im Einkauf. Reith: „Die Mietrenditen ergeben sich durch die Kaufpreise, Mieten schwanken weniger stark als Kaufpreise.“ Letztere würden mitunter durch das anhaltende Negativzinsniveau der EZB befeuert.

Als aktuelle Hotspots sieht René Fürntrath, Leiter Liegenschaftsbewertung bei Raiffeisen Immobilien jene Bezirke, in denen es noch Potenzial zur Nachverdichtung gibt und deren öffentliche Verkehrsinfrastruktur gut ausgebaut worden ist: „Das ist unter anderem die Donaustadt entlang der U-Bahnen und Alten Donau, Floridsdorf, das Areal um den ehemaligen Nordbahnhof in Leopoldstadt, Erdberg TownTown und Umgebung sowie in Favoriten rund um den Hauptbahnhof.“