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Private Zimmervermietung: Deutsche gegen scharfe Regeln

Umfrage zu Airbnb & Co.

Autor: Linda Kappel

Die meisten Deutschen sind dagegen, dass Behörden das Zweckentfremdungsverbot von Wohnraum strikt umsetzen. So meinen 68,9 Prozent der deutschen Bundesbürger, dass die private Vermietung eigener Wohnungen etwa an Touristen über Online-Portale wie Airbnb, Wimdu oder 9flats jederzeit auch ohne Genehmigung möglich sein sollte. Und 55,7 Prozent lehnen es ab, dass die Behörden bei fehlender Genehmigung Bußgelder verhängen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von 1.046 Menschen hervor, die das Marktforschungsinstitut Innofact für das Beratungsunternehmen Sition Property Marketing durchgeführt hat. Die kritische Bürgermeinung trifft auf eine zunehmend scharfe Auslegung von Zweckentfremdungsverordnungen wegen der Verknappung leistbaren Wohnraums. Daher herrscht in Berlin, Dortmund, Dresden, Freiburg, Hamburg, Köln, Konstanz, München sowie Münster ein Zweckentfremdungsverbot. Auch bei der Strafverfolgung wollen Behörden künftig härter durchgreifen. So soll in Berlin etwa eine „Sondertruppe” „illegale” Apartments aufspüren. Bei dauerhafter Missachtung drohen auch in München oder Stuttgart Strafzahlungen von bis zu 50.000 Euro. Dieses Vorgehen lehnen die Deutschen größtenteils ab. Nur 11,0 Prozent der 1.046 Befragten sind „voll und ganz” für Strafgelder. Die Zustimmung gesamt beläuft sich auf 44,3 Prozent. Hingegen meinen 16,2 Prozent, dass eine fehlende Genehmigung „ganz und gar nicht” sanktioniert werden sollte. Für Ablehnung insgesamt stimmten eher 55,7 Prozent.

Beim Thema Genehmigung wünscht sich eine noch größere Mehrheit der Bürger zurückhaltende Gemeinden: Dem können insgesamt 68,9 Prozent etwas abgewinnen. Gerade 7,6 Prozent der Befragten „stimmen ganz und gar nicht zu” (gesamt Ablehnung 31,1 Prozent).

Was sich daraus ableiten lässt: Die Mehrheit der Deutschen glaubt offenbar nicht an die wohnungspolitische Wirkweise des Instruments. 71,2 Prozent der Bürger meinen, dass sich das Verbot aufgrund der begrenzten Anzahl privat vermieteter Unterkünfte kaum auf die Wohnungsmärkte auswirkt. Und weniger als die Hälfte der Befragten meinen, dass Zweckentfremdung knappen Wohnraum in Städten vernichtet. Zudem ist nur etwa jeder vierte Deutsche (23,0 Prozent) davon überzeugt, dass ein Verbot zu weniger leerstehenden Wohnungen oder Zimmern führt.