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Problemfall Industrielle Brachflächenentwicklung

EU-Vorgaben hemmen Neuentwicklung von Industriegrundstücken

Autor: Gerhard Rodler

Durch innerbetriebliche Umstrukturierung, technischen Fortschritt und einer sich verändernden gesamtvolkswirtschaftlichen Lage werden nach Angaben des Immobiliendienstleistungsunternehmen CBRE bei industriellen Großkonzernen wie auch bei flächenextensiven kleinen und mittleren Unternehmen zunehmend ehemalige Produktionsflächen nicht mehr benötigt.

Diese Flächenentwicklungen sind oft aber mit besonderen juristischen Herausforderungen verbunden, die eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Immobilienentwickler und dem anwaltlichen Experten erfordern. Mit einer jetzt vereinbarten Kooperation werden CBRE und Luther die notwendigen Erfahrungen und Expertisen bündeln.

Europäisches Recht verlangt häufig die Einhaltung großer Abstände zwischen aktiven Industriebetrieben und neuen Wohnbereichen. Das kann dann auch die Entwicklung nicht mehr benötigter Industrieflächen behindern. Noch schwerer wird dies nach der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs bei angrenzenden Störfallbetrieben. Hier kann selbst eine Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben wie etwa Baumärkten unzulässig sein. Aber auch Produktionserweiterungen innerhalb eines noch aktiven Betriebsgeländes können unter Umständen aufgrund der nicht ausreichenden Abstände zu angrenzenden bestehenden Nutzungen, die als schutzwürdig eingestuft werden, behindert werden. Schließlich müssen auch Haftungsrisiken hinsichtlich vorhandener Altlasten bei der Vermarktung Beachtung finden.