Immobilien Magazin

Produktmangel dämpft Investments

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres sind in Deutschland rund 50 Milliarden Euro in Immobilien investiert worden, rund elf Prozent weniger als im Vorjahr. Schuld ist nicht die Nachfrage, sondern der Mangel an passenden Objekten, so CBRE in einer aktuellen Analyse.

Autor: Charles Steiner

Investoren würden, wenn sie könnten. Doch passende Produkte am Markt sind Mangelware, Investmentdruck hin oder her. Das lässt sich auch in Deutschland erkennen, wo mit rund 50 Milliarden Euro um elf Prozent weniger investiert worden sind als noch im Jahr zuvor. Der Rückgang zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Assetklassen, wie aus einer aktuellen Analyse von CBRE hervorgeht. Der Wohninvestmentmarkt (ab 50 Einheiten) sank um 14 Prozent, der Gewerbeimmobilienmarkt um zehn Prozent. Für die Big Seven allein gerechnet, sei der Markt, so CBRE, jedoch stabil geblieben.

Allerdings ergeben sich bei den einzelnen Standorten zum Teil massive Unterschiede: Berlin baute dabei mit einem Anstieg um 26 Prozent auf 9,3 Euro Milliarden in den ersten drei Quartalen seine Position als mit Abstand aktivster Investmentstandort weiter aus. Bis auf Köln, Stuttgart und München mussten alle anderen Top-7-Standorte Einbußen hinnehmen, am stärksten Frankfurt, wo das Investmentvolumen um rund 38 Prozent gesunken ist. Einzelassetdeals sind mit 32 Milliarden Euro (- 2 Prozent) stabil geblieben, Portfolio-Deals sind um 23 Prozent eingebrochen.

Mit einem Plus von 1 Prozent auf 20,8 Euro Milliarden seien Büroimmobilien weiterhin unangefochten die am meisten gehandelte Assetklasse in Deutschland. Auch die Spitzenrenditen für Büroobjekte haben noch einmal nachgegeben und liegen im Durchschnitt der Top-7-Märkte nun bei 3,01 Prozent - in Berlin gar bei 2,80 Prozent. Spürbar zulegen konnte das Transaktionsvolumen nur bei Entwicklungsgrundstücken (um 11 Prozent auf 2,1 Euro Milliarden).

Mittlerweile kommt immer mehr der Trend zu Share Deals auf: Investitionen in den deutschen Immobilienmarkt infolge der Übernahme von Unternehmensanteilen von Immobiliengesellschaften (inklusive signifikanter Minderheitsbeteiligungen) durch institutionelle Investoren, große Family Offices und Immobiliengesellschaften sind deutlich gestiegen. Allein im dritten Quartal summierten sich diese Investitionen auf rund 3,75 Milliarden Euro.

Dass das Rekordjahr 2018 mit 77 Milliarden Euro übertroffen werden könnte, glaubt man bei CBRE hingegen nicht: Trotz regem Jahresendgeschäft könne das relativ schwache erste Halbjahr nicht kompensiert werden.