immoflash

Quo vadis Zinshaus

Podiumsdiskussion durchleuchtet Märkte in Wien und Berlin

Autor: Charles Steiner

Wie hat sich der Wiener- und Berliner Zinshausmarkt in den vergangenen fünf Jahren entwickelt? Und wie wird er sich in Zukunft entwickeln? Das war Thema einer Podiumsdiskussion des Immobiliennetzwerkverbands FIABCI, die gestern Abend in der Wirtschaftskammer in Wien abgehalten wurde. Unter den Diskutanten fanden sich Jürgen Michael Schick, Präsident des deutschen Immobilienverbands IVD, Markus Arnold, Eigentümer und Geschäftsführer von Arnold Immobilien und Richard Buxbaum, Leiter Wohnimmobilien bei Otto Immobilien.

In seinem Impulsreferat merkte Schick an, dass die Mieten in Berliner Zinshäusern in den vergangenen Jahren stark gestiegen seien und die Verfügbarkeit passender Objekte immer geringer werde. Auch die Renditen seien in Berlin deutlich gesunken: waren früher sechs bis sieben Prozent zu lukrieren, seien es heute zwischen 3,5 und vier Prozent. Schick: „Bei der Preisentwicklung wäre es für Investoren in dem Bereich durchaus interessant, über ein Exit nachzudenken und Objekte zu verkaufen“.

Richard Buxbaum hingegen sieht im Wiener Zinshausmarkt den Trend, dass Substanz Rendite schlägt. „Eine gute Bausubstanz ist eine gute und konsistente Wertanlage. Da kann man auch niedrigere Renditen in Kauf nehmen.“ Diese betragen in Wien aktuell 3,5 Prozent. Markus Arnold erklärte, vor allem nichteuropäische Investoren brächten den Markt unter Druck. Negativrenditen seien in Wien schon Realität. Die Frage sei nicht mehr, wieviel Rendite ein Zinshaus einbringe, sondern ob man überhaupt eine Immobilie habe. Arnold: „Solange man Zinshäuser noch für ,sexy‘ hält, werden sie auch gut verkauft. Solange der Quadratmeterpreis bei Zinshäusern niedriger ist als jener im Neubau oder bei Eigentumswohnungen, spielen Renditen keine Rolle.“ Im Fokus der Diskutanten stand auch die politische und geopolitische Komponente. Von allen Rednern mit Argwohn betrachtet wird der Versuch in Deutschland wie in Österreich, mittels Mietpreisbremse bzw. Richtwert den Markt zu regulieren. Dadurch würde der Eigentümer nicht mehr über die nötigen – marktgerechten – Mittel lukrieren, um die Bausubstanz des Objekts erhalten zu können.

Dass übrigens in Wien die Anzahl der Zinshäuser immer geringer wird, hat, so Buxbaum, nichts mit Abbrüchen zu tun, sondern mit der Parifizierung bestehender Anlagen.

Weitere Artikel

  • » Rekord bei FIABCI Prix d´Excellence – Der renommierte internationale Preis für herausragende ... mehr >
  • » ÖVI Neujahrsempfang 2013 – Bereits zum dritten Mal treffen sich am 9. Jänner die ... mehr >
  • » Charity zum Tag: Das Patrizia-Modell – „Vor rund 15 Jahren bin ich auf eine Reise ... mehr >