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Reich für die Insel

Es ist nicht alltäglich, dass man heute noch eine eigene Insel mit entsprechender Infrastruktur, einen Steinwurf von der sonstigen dicht bevölkerten Zivilisation entfernt, kaufen kann.

Autor: Gerhard Rodler

Ausgerechnet in den USA gibt es jetzt die eigene Insel für die große Brieftasche - aber diesfalls dann doch wieder im leistbaren Bereich. Nur circa 40 Kilometer von Key West entfernt liegt die Privatinsel Melody Key, die derzeit bei Engel & Völkers zum Verkauf steht. Das gesamte Anwesen inklusive Wohnimmobilie wird aktuell für 6,9 Millionen US-Dollar (rund 6,6 Millionen Euro) angeboten. "Melody Key garantiert absolute Privatsphäre, da die Insel nur per Boot zu erreichen ist", erklärt Bob Cardenas, Geschäftsführender Gesellschafter von Engel & Völkers Key West. Das Wohnhaus, das in der Mitte der Insel liegt, verfügt über eine Fläche von rund 290 Quadratmetern. Dazu zählen vier Badezimmer sowie drei Schlafzimmer mit jeweils einem eigenen Balkon. Zur hochwertigen Ausstattung des Objekts gehören Klimaanlage, High-Speed-Internet und ein Pool. Ein Highlight ist die Aussichtsplattform auf dem Dach, die einen 360-Grad-Blick über die Insel und den Atlantik bietet. Nachhaltigkeit spielt auf Melody Key eine besondere Rolle: So wird beispielsweise der gesamte Energiebedarf durch Solartechnik gedeckt. Die Florida Keys sind berühmt für ihre außergewöhnliche Natur und ihre Lage. Über 42 Brücken verbindet der sogenannte "Overseas Highway" die größeren Key-Inseln und macht diese so mit dem Auto zugänglich. Melody Key zählt zu den wenigen Inseln, die ausschließlich auf dem Wasserweg erreichbar sind. Beliebt ist das Gewässer rund um die Privatinsel insbesondere zum Fischen.

Beliebtes Mauritius

Szenenwechsel: Mauritius - nicht nur wegen der seltenen Briefmarke, der "blauen", bekannt, sondern auch als Feriendestination immer beliebter. Und Mauritius ist auch eine Destination für Zweitwohnsitze. Und ausgerechnet eine Österreicherin ist mittendrinnen im Geschäft mit dem auf Mauritus boomenden Geschäft mit luxuriösen Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Gerda Chalupa - vom bekannten gleichnamigen Immobilienbüro - hat sich nicht nur privat in die Luxusinsel verliebt, sondern hier zwischenzeitig auch geschäftliche Wurzeln ergänzend zu ihren Wiener Aktivitäten geschlagen. Anahita heißt "ihr" Projekt auf Mauritius - eine Luxusferienanlage. Umgeben von zwei Golfplätzen, wurden rund rund 170 Objekte hochgezogen, die von der Größe locker auch als Hauptwohnsitz durchgehen oder für österreichische Verhältnisse sogar als Großfamilienwohnsitze. Immerhin geht die Wohnfläche bei den Villen auf 600 bis 700 Quadratmeter. Schweizer, Engländer und Franzosen sind derzeit die Hauptgruppe unter den Eigentümern dieser "Gated Community". Demnächst sollen eben auch Österreicher dazukommen. Das Projekt wird bereits seit 2004 errichtet. "Seit damals haben sich die Preise hier in der Anlage im Schnitt verdoppelt", sagt Gerda Chalupa. Insgesamt 213 Hektar umfasst die gesamte Anlage hier - und wer will, kann sogar Staatsbürger auf der Insel werden. Ab einer Investition von 500.000 Dollar ist das (zumindest derzeit noch) möglich, sagt Chalupa. Diesen Betrag braucht man aber ohnedies zumindest, um sich hier einkaufen zu können: Die Wohnungen gehen bei 800.000 bis 900.000 Dollar los, die Villen kosten zwischen zwei und drei Millionen Dollar. Die gesamte Anlage, die auch zwei Hotels umfasst, ist rechtlich übrigens als französisches Baurecht konzipiert.

Von den Gelsen zu den Reichen

In Jetset-Dimensionen gemessen gar nicht einmal sooo weit weg liegt die karibische Insel Mustique. Und in der Tat gab es hier vor 150 Jahren auch nicht sehr viel mehr als Stechmücken und Tümpel, aber kein Trinkwasser. Wohnen wollte dort damals niemand. Zumindest nicht bis der Einheimische Basil kam und den britischen Lord namens Colin Tennant mit der Idee begeisterte, hier ein Luxusresort aus dem Boden zu stampfen. Luxus? Hier, wo man nicht mal kostenfrei freiwillig wohnen möchte? Das bedarf schon etwas Fantasie. Aber die hatte erst Basil und dann doch auch der feine Lord, der ohnedies hier in der Gegend war, um die Familienländereien in Schuss zu bringen. Und zu diesen gehörte eben auch diese damals "gottlose" Insel... Der war vor über 40 Jahren hierher gekommen, um sich umzusehen. Tatsächlich war diese knapp über 5,5 Millionen Quadratmeter große Insel fest in der Hand der Moskitos, die auf diesem überwiegend sumpfigen Gelände ideale Lebensbedingungen hatten. Mustique hatte damals bestenfalls einen strategischen Wert: Zunächst ein beliebter Stütz- und Rückzugspunkt für Piraten, hatten die Briten im 18. Jahrhundert die Insel im Kampf gegen Piraten und später auch gegen die Franzosen befestigt und - zur Finanzierung - sieben Zuckerrohrplantagen angelegt. Was aber ab den 1950er-Jahren folgte, war eine Immobilienentwicklung der besonderen Art: Man ließ Straßen und einen kleinen Hafen errichten, das Land roden und Badestrände anlegen. Moskitos gibt es auch keine mehr.

Mustique. In den 1950er-Jahren fand auf der Insel eine Immobilienentwicklung der besonderen Art statt. Jetzt tummeln sich dort Reiche.

Royales Schloss

Dann schenkten Basil und der Lord der britischen Prinzessin Margaret zu ihrer Hochzeit 1960 rund 40.000 Quadratmeter am besten, weil höchsten Punkt der Insel. Im hier errichteten Schlösschen "Les Jolies Eaux" fanden unmittelbar nach Fertigstellung viele Empfänge der Prinzessin statt - das hatte man sich ausbedungen. Immerhin hatte es der clevere Brite mit dieser ganz speziellen Form der Private-Public-Partnership geschafft, seine Insel vom Moskitohaufen zu einem Platz der High Society zu transformieren. Rund um das Schlösschen errichteten die ersten VIPs dieser Welt (und wohl auch solche, die das gerne hätten sein wollen) ihre ersten Luxusvillen - kaum eine unter 500 Quadratmeter Wohnfläche groß. Bis zu 1.000 Menschen waren jetzt auf dieser Insel beschäftigt, als Bauarbeiter, aber auch für die allgemein benötigte Infrastruktur. Tennant gründete dazu eine neue Gesellschaft - die heute legendäre Mustique Company ...

Omnipräsente Company

Die Mustique Company ist omnipräsent, deren Geschäftssinn wohl auch. Das Straßennetz wird von ihr errichtet und an die Villenbesitzer verkauft, ebenso wie die Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie die Elektrizität von der Company geleistet wird. Sie betreibt auch den Flughafen, das kleine Spital, die Schule, das Hotel im Landesinneren, die meisten Restaurants. Es gibt nichts, wo die Mustique Company nicht involviert wäre, hier auf der Insel. Ob Tom Hilfiger und Oprah Winfrey - beide bekennende Mustique-Fans und Villeneigentümer hier - auch so ein Gegengeschäft gemacht haben, ist nicht bekannt. Während ich so meinen Gedanken nachhänge, haben wir den Golfwagen bestiegen und sind die relativ steilen, engen und nur zum Teil befestigten Straßen ins Innere der Insel gefahren. Die Villen selbst sind von außen kaum einsichtig und von hohen Mauern umgeben. Die meisten werden von ihren Eigentümern in der Zeit, in der sie sie nicht selbst nutzen, vermietet, wobei zumindest drei Personen Personal (Koch, Gärtner, Fahrer) inkludiert sind. Abhängig von der Reisezeit und Anzahl der Reisenden liegen die Mietkosten zwischen 10.000 US-Dollar (Villa mit zwei Schlafzimmern) und 45.000 US-Dollar (Villa mit sechs Schlafzimmern) plus Steuern pro Woche. Zu kaufen gibt es hier auf dieser Insel nur äußerst selten etwas.

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