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Reif für die Insel

"Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts als meiner seligen Insel." Schon Friedrich Hölderlin wusste von den Vorzügen einer eigenen Insel.

Autor: Stefan Posch

Für viele ist es ein Traum seit Kindheitstagen, wie Robinson Crusoe und John Long Silver auf einer eigenen Insel zu leben. Auch Farhad Vladi hatte diesen Traum. 1971 habe er in einem Zeitungsbericht gelesen, dass auf den Seychellen eine Insel für 5.000 D-Mark zu bekommen sei, erzählt Vladi. Nachdem er vor Ort feststellen musste, dass der Zeitungsbericht beim Preis falsch lag und er sich die Insel nicht leisten konnte, suchte er einen Käufer für das Eiland. Vladi fand einen Interessenten und machte infolge das Vermarkten von Inseln zu seinem Beruf. Dazu gründete er das Maklerunternehmen Vladi Private Islands.

Unterschiedliche Käufer

Heute gilt Vladi als wichtigster internationaler Inselmakler. Über 2.600 Inseln hat er schon vermittelt, so viele wie kein anderer auf der Welt. Seine Kunden seien Menschen "ganz durch die Bank", erklärt Vladi. "Als ich die 100. Insel verkauft hatte, habe ich versucht, bei meinen Kunden Gemeinsamkeiten zu finden, um das Marketing verbessern zu können", erzählt der Makler. Finden konnte er aber kaum welche. Einzig der Wunsch, nahe der Natur zu leben, verbinde seine Kunden, erklärt Vladi. Man müsse auch nicht sonderlich vermögend sein, um sich eine Insel leisten zu können, meint Vladi. "Wer sich ein Auto leisten kann, kann sich auch eine Insel kaufen", so der Inselmakler. Einmal habe sich ein Tischler für 50.000 US-Dollar eine Insel in Kanada gekauft. Grundsätzlich seien Inseln im Norden günstiger zu haben als im Süden. In Kanada, Schweden oder Finnland seien gute Inseln schon ab 100.000 Euro zu haben, so Vladi. In den Balearen müsse man hingegen mit zwei bis 25 Millionen Euro rechnen.

Die richtige Größe

Eine Insel sollte schon über 10.000 Quadratmeter haben, damit man auch einen festen Untergrund unter den Füßen hat, erklärt Vladi. Zu groß sollte sie aber auch nicht sein. Sonst fehle das Feeling, auf einer Insel zu sein. Um auf einer Insel leben zu können, braucht es aber mehr als einen Kaufvertrag. Trinkwasser zum Beispiel. "Jede Insel hat eine Süßwasserlinse durch das Regenwasser", erklärt Vladi. Für einen Einfamilienhaushalt reiche das meistens. Ansonsten müsse man das Meerwasser entsalzen. Für den Transport auf die Insel werde oft ein Helikopter verwendet. Bei einem küstennahen Eiland genüge aber ein Boot.

Interesse ist gestiegen

In den vergangenen 20 Jahren sei die Nachfrage nach den Inseln stark gestiegen, erzählt Vladi. Das liege vor allem an der gestiegenen Transparenz durch Google Earth und an den einfacheren Reisemöglichkeiten heute. Käufer würden sich eher für politisch stabile Regionen interessieren, so Vladi. "Es gibt auch Staaten, wie etwa Philippinen, Indonesien, Thailand oder Malaysien, wo ein Verkauf an Ausländer überhaupt verboten ist", erklärt der Inselmakler. In Griechenland müsse man 32 Genehmigungen einholen, bevor man als Ausländer eine Insel erwerben kann. Die Verkäufer sind zumeist Privatleute. "Bei den Gründen für einen Inselverkauf gibt es die drei Ds", erklärt Vladi: debt (Schulden), death (Tod) und divorce (Scheidung). Seit etwa 20 Jahren bietet Vladi auch Inseln zur Vermietung an. "Die meisten Inselbesitzer nutzen die Insel nur ein, zwei oder höchstens drei Monate im Jahr", erklärt Vladi. Eine Vermietung liege deswegen nahe.

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