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Rekordzuflüsse in offene Fonds

Niedrigzinsen als Morgengabe für Fonds

Autor: Gerhard Rodler

Den 13 für Privatinvestoren offenen und von Scope Ratings untersuchten Immobilienfonds flossen 2014 mehr als 2,8 Milliarden Euro netto zu. Herausforderung: Fondsmanager müssen die hohe Liquidität investieren, ohne die Fondsrendite zu belasten.

Bis zum Inkrafttreten der neuen Mindesthalte- und Kündigungsfristen im Juli 2013 verzeichneten die offenen Immobilienfonds hohe Zuflüsse. Nach dem Stichtag hielten sich die Anleger jedoch zunächst zurück. Im Laufe des vergangenen Jahres stiegen die Mittelzuflüsse jedoch wieder deutlich an.

In Summe flossen 2014 netto 2,8 Mrd. Euro in die offenen Fonds. Damit konnte die Branche das Vorjahresergebnis (4,0 Mrd. Euro.) nicht erreichen - was in Anbetracht der ohnehin hohen Liquiditätsquoten eher positiv als negativ zu bewerten ist. Im Vergleich zum Jahr 2013 verzeichneten mit dem hausInvest (+49 Prozent) und dem UniImmo: Global (+142 Prozent) nur zwei Fonds eine Steigerung ihrer Nettomittelzuflüsse.

Von den gesamten Nettomittelzuflüssen im Jahr 2014 entfallen bereits 1,9 Mrd. Euro - und somit mehr als zwei Drittel - auf nur drei Fonds: den UniImmo: Europa (+751 Mio.), den UniImmo: Deutschland (+698 Mio.) und den Deka-ImmobilienEuropa (+482 Mio.).

Auch in Relation zum Fondsvermögen (Ende 2013) fielen die Nettomittelzuflüsse dieser drei Fonds hoch aus: UniImmo: Europa (+8,2 Prozent), UniImmo: Deutschland (+7,5 Prozent) und Deka-ImmobilienEuropa (+3,9 Prozent).

Mit dem grundbesitz global und dem INTER ImmoProfil verzeichnen nur zwei Fonds Nettomittelabflüsse.

Liquiditätsquoten weiterhin auf hohem Niveau Es verwundert nicht, dass die Fonds mit den höchsten Netto-Mittelzuflüssen auch die höchsten Liquiditätsquoten aufweisen: Die beiden Fonds der Union Investment weisen mit 31,5 Prozent (UniImmo: Europa) und 28,8 Prozent (UniImmo: Deutschland) die höchsten Quoten auf. Gefolgt vom grundbesitz europa (21,8 Prozent) der Deutschen Bank und dem Deka-ImmobilienEuropa (18,1 Prozent).

Zwar ist die durchschnittliche Liquiditätsquote sämtlicher Fonds im vergangenen Jahr leicht gefallen (was in Anbetracht der hohen Netto-Mittelzuflüsse auf hohe Investitionsvolumina zurückzuführen ist), dennoch stellen die hohen Liquiditätsquoten für viele Fonds derzeit eine der größten Herausforderungen dar. Das Preisniveau an den Investmentmärkten insbesondere im Core und Core+-Bereich ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, die Renditen entsprechend gefallen. Fondsmanager müssen trotz des hohen Anlagedrucks sehr selektiv vorgehen, um Objekte mit attraktivem Risiko-Rendite-Profil anzukaufen.