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Renditen unter Druck, Nachfrage groß

2-Milliarden-Marke in Hamburg durchbrochen:

Autor: Gerhard Rodler

Der Hamburger Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien ist ein Beweis, dass Immobilien in Krisenzeiten noch mehr gefragt sind: Mit 2,18 Milliarden Euro wurde das drittbeste jemals registrierte Halbjahresresultat erzielt. Der schwache Wert aus dem Vorjahr wurde mit einem Plus von 91,5 Prozent nahezu verdoppelt, und auch der langjährige Durchschnitt um ganze 38 Prozent überboten. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

Bei der Verteilung des Investmentvolumens auf die Assetklassen liegen Büroimmobilien traditionell an erster Position. Mit etwas mehr als 46 Prozent verzeichneten sie aber einen spürbaren Rückgang und dominieren das Ranking nicht mehr so deutlich wie noch im Vorjahr (rund 50 Prozent). Gleichzeitig führt die Corona-Pandemie zu einem Umdenken der Investoren bei ihrer Asset-Allocation. Während Logistik-Immobilien auch vor dem Hintergrund des wachsenden E-Commerce an Bedeutung gewinnen und ihr absolut betrachtet bestes Ergebnis seit 2005 erzielten (174 Millionen Euro), büßten Hotels - zumindest kurzfristig betrachtet - an Attraktivität ein, wovon auch ein Anteil von gerade einmal knapp 7 Prozent zeugt.

Die Verteilung der Investmentumsätze wird primär von der Angebotsseite und der Verfügbarkeit bestimmt, da nach wie vor ein ausgeprägter Nachfrageüberhang an geeigneten Investmentobjekten besteht.

Diese Internationalität und Beliebtheit der Hansestadt sowie die unverändert angespannte Angebotsseite sorgen dafür, dass sich trotz Corona bislang keine signifikanten Anpassungsprozesse beobachten lassen. Insbesondere im Core-Segment bleibt der Nachfrageüberhang so deutlich, dass die Netto-Spitzenrenditen unverändert auf dem Niveau zum Jahresende 2019 verharren. Somit notieren Büroimmobilien in der Spitze weiterhin bei 2,8 Prozent, für innerstädtische Geschäftshäuser werden 3,0 Prozent aufgerufen und für Logistikobjekte sind 3,7 Prozent anzusetzen.