immoflash

Retail-Volumen noch erstaunlich hoch

Dämpfer aufgrund Krise erwartet, aber

Autor: Gerhard Rodler

Die Corona-Pandemie, die seit Mitte März insbesondere durch den Lockdown der Ladengeschäfte, den Diskurs um das Aussetzen von Mietzahlungen sowie bestätigte und bevorstehende Insolvenzen die Schlagzeilen beherrscht, spiegelte sich im ersten Quartal noch nicht im Resultat des Retail-Investmentmarkts wider. In den ersten drei Monaten wurde eine Zwischenbilanz von 4,86 Milliarden Euro erzielt. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

Wie bereits im vergleichbaren Vorjahreszeitraum wurde auch zum Jahresbeginn 2020 etwas mehr als eine Milliarde Euro in Einzelhandelsimmobilien an den A-Standorten investiert. Deutlich geringer fällt mit 22 Prozent hierbei allerdings ihr Umsatzanteil am Gesamtvolumen aus, der im ersten Quartal 2019 noch bei 40 Prozent lag. Im Städtevergleich haben sich die Hierarchien der einzelnen Top-Märkte seit dem Jahresende 2019 zumindest in den Führungspositionen nicht verschoben. So setzt sich die Hauptstadt vor allem durch die Berliner Einzelhandelsobjekte des TLG-Portfolios mit 417 Millionen Euro erneut vor München (295 Millionen Euro) an die Spitze. Auf über 100 Millionen Euro kommen zudem Hamburg (149 Millionen Euro) und Düsseldorf (106 Millionen Euro), während sich Stuttgart, Frankfurt und Köln deutlich unter dieser Marke einordnen.

Insgesamt wurden bei den im ersten Quartal abgeschlossenen Verkäufen, von denen sich eine Vielzahl bereits Anfang des Jahres in fortgeschrittenem Verhandlungsstadium befanden, vergleichbare Renditen wie Ende 2019 erzielt. Da seit den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise noch keine nennenswerten neu zu verhandelnden Objekte verkauft wurden, die ein verändertes Renditeniveau belegen würden, sind demzufolge noch keine Anpassungen zu konstatieren. Vor diesem Hintergrund liegen Berlin und München weiterhin gleichauf (jeweils 2,80 Prozent) vor Hamburg (3,00 Prozent), Frankfurt (3,10 Prozent), Düsseldorf, Köln und Stuttgart (jeweils 3,20 Prozent).

Gleiches gilt auch für die verschiedenen Objektarten: Hier notieren Shoppingcenter weiterhin bei 4,10 Prozent, Fachmarktzentren bei 4,30 Prozent und einzelne Fachmärkte bei 5,30 Prozent.

„Auch wenn der Jahresauftakt für den Retail-Investmentmarkt noch sehr gut gelaufen ist, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen der Corona-Krise im weiteren Jahresverlauf deutlich spürbar werden. Gerade im Retailbereich bleibt das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen aufgrund der enormen Einschnitte in das Geschäftsfeld noch abzuwarten. Mit welchem Umsatzvolumen dieses Jahr zu rechnen ist und ob bzw. in welcher Form sich die Netto-Spitzenrenditen entwickeln, kann aufgrund der nach wie vor unveränderten Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise nicht seriös abgeschätzt werden“, so Christoph Scharf von BNP Parisbas RE.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

Weitere Artikel

  • » Investmentmarkt bleibt heiß – Das Investitionsvolumen auf dem europäischen Immobilienmarkt ... mehr >
  • » Immofinanz ebnet Weg für Fusion mit CA Immo – Nach über einem Jahr des Hin und Her ... mehr >
  • » Renditen unter Druck, Nachfrage groß – Der Hamburger Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien ... mehr >