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Retail als Auslaufmodell?

Nachfrage noch Shopflächen sinkt

Autor: Gerhard Rodler

Killt der Online-Handel also doch langsam aber sicher den stationären Handel? Das ist derzeit noch nicht absehbar.

Zumindest verheißen die aktuellen Marktzahlen aus Deutschland aber auf breiter Front aktuell nichts Gutes: In Deutschland lag der Investmentumsatz mit Retailflächen im zu Ende gegangenen Jahr gleich um knapp ein Drittel unter dem Wert des vorangegangenen Jahres.

Freilich: Der Rückgang ist weniger auf ein nachlassendes Interesse an der Assetklasse seitens der Investoren, sondern vielmehr auf einen Angebotsengpass zurückzuführen. Denn langfristig gut vermietete Verkaufsflächen kommen aktuell immer seltener auf den Markt. Wohl auch deshalb, weil nur mehr wenige bis gar keine neue Flächen dazu kommen und gleichzeitig mittlerweile in Nahversorgungslogistikflächen umgenutzte (nicht mehr oder nur mehr schlecht verwertbare) Retailflächen den Markt insgesamt verkleinern.

Am meisten investiert wurde nach wie vor in Berlin mit rund 1,43 Milliarden Euro ( wenn auch ein Drittel weniger als 2015). Düsseldorf findet sich mit 381 Millionen Euro (-58 Prozent) auf dem vierten Platz vor Frankfurt mit 175 Millionen Euro (-75 Prozent) und Köln mit 158 Millionen Euro (-76 Prozent).

Dennoch sind die Renditen weiter im Tiefflug. In den Top-Lagen von Düsseldorf, Frankfurt und Köln kommt dieNetto-Spitzenrendite nur noch auf 3,60 Prozent. Tiefer in die Tasche greifen müssen Investoren in Hamburg mit 3,40 Prozent und Berlin mit 3,30 Prozent. Teuerster Standort bleibt aber nach wie vor München mit 3,25 Prozent, auch wenn die Hauptstadt immer näher rückt. Wie in keiner anderen Assetklasse lassen sich bei innerstädtischen Geschäftshäusern jedoch Ausreißer beobachten, bei denen auch noch weit höhere Preise gezahlt werden.

Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate