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Retail trotzt Konjunkturschwäche

Dennoch bleibt Einzelhandel eine Herausforderung

Autor: Charles Steiner

Trotz aktueller Konjunkturflaute blieben die europäischen Einzelhandelsumsätze im vierten Quartal des Vorjahres stabil. Das geht aus dem von der Union Investment und dem Meinungsforschungsinstitut GfK eben veröffentlichten Attraktivitätsindex GRAI hervor. Obgleich dieser in den 15 bedeutendsten Retailmärkten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um leicht Punkte gesunken ist, liege man immer noch weit über dem langjährigen Durchschnitt. Hauptgrund für das leichte Sinken des GRAI seien die verhaltenen Entwicklungen in Großbritannien, Dänemark und Schweden gewesen, auch in Deutschland mussten leichte Einbußen hingenommen werden. Dem gegenüber konnte Frankreich kräftig zulegen, Italien ist stabil geblieben. Und: Gegenüber den USA und Asien, die aktuell einen Handelskrieg ausfechten, hält sich der europäische Attraktivitätsindex immer noch deutlich darüber.

Trotz der sehr zufriedenstellenden Werte ist im Retail-Sektor nicht alles eitel Wonne: Die verhaltene Konjunkturentwicklung führe zu einer Polarisierung in den einzelnen Segmenten, mit ein Faktor sei auch der wachsende Online-Handel. Henrike Waldburg, Leiterin Investment Management Retail bei Union Investment, erklärt, dass man bei der Asset-Auswahl umso umsichtiger agieren müsse: „Einzelhändler in kleineren, untergeordneten Objekten in B- oder C-Städten werden zu kämpfen haben. Demgegenüber dürfen dominante Shoppingstandorte mit attraktiven Angeboten, die sich am veränderten Konsumverhalten und Kundenbedürfnissen orientieren, den strukturellen Veränderungen im Einzelhandel mit Gelassenheit entgegensehen.“

Als besonders online-resistent und damit wertstabil haben sich im aktuellen Wirtschaftsumfeld zudem Fachmarktzentren erwiesen, insbesondere solche mit langfristig vermieteten Lebensmittelmärkten als zentralem Ankermieter. Aber: „Deutschland hat speziell im Bereich der quartiersbezogenen Nahversorgung noch Aufholbedarf“, sagt Waldburg.