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Retail verkauft sich gut

Nachfrage übersteigt das Angebot

Autor: Gerhard Rodler

Der starke Zuwachs an Einkaufszentrumsflächen in der Bundeshauptstadt wird vom Markt problemlos absorbiert werden. Der soeben erschienene „EHL Geschäftsflächenbericht 2014“ von EHL Immobilien weist für 2014 die Fertigstellung von 60.000 m² Mietflächen in Einkaufszentren der Topkategorie im Wiener Stadtgebiet aus – und davon wird praktisch kein Quadratmeter unvermietet bleiben, prognostiziert zumindest EHL. Die Flächen verteilen sich dabei auf das Einkaufszentrum am Hauptbahnhof (20.000 m²), das Goldene Quartier in der Innenstadt (11.500 m²), das Citygate im Norden (20.000 m²) und die Erweiterung des Auhofcenter im Westen der Stadt um 10.000 m². „Die Vorvermietung für alle vier großen Projekte verläuft ausgezeichnet“, erklärt Jörg Bitzer, Leiter der Abteilung Einzelhandelsimmobilien von EHL Immobilien. „Es zeichnet sich nicht nur eindeutig ab, dass überall Vollvermietung erreicht werden wird, es gibt auch bereits einige Ketten, die nicht zum Zug gekommen sind und die nur darauf warten, dass irgendwo im Bereich der neu entstehenden Topflächen eine Lücke frei wird.“ Dieser Nachfrageübergang sorgt dafür, dass die Mieten für Topobjekte stabil bleiben und sogar weiter Aufwärtstendenz zeigen. Österreich teuerstes Pflaster, der Kohlmarkt, liegt mit teilweise mehr als 350 Euro / m² bereits im europäischen Spitzenfeld. Der Erfolg der neuen Projekte bleibt aber nicht ohne Folgen für die etablierten Standorte. B- und C Lagen, die sich bereits seit langem in einem Abwärtstrend befinden, registrieren sinkende Kundenfrequenz und steigende Leerstände. Neben der verschärften Konkurrenzsituation und der Insolvenz einiger Ketten im mittleren bis niedrigen Preisbereich (Niedermeyer, daily / Schlecker) ist dafür insbesondere die zunehmende Bedeutung des Onlinehandels verantwortlich. Einige Fragezeichen tun sich auch im Bereich der wichtigsten österreichischen Einkaufsstraße, der Mariahilfer Straße, auf. Viele Einzelhändler warten derzeit das Ergebnis der bevorstehenden Volksbefragung ab, bevor sie Entscheidungen über Neuanmietungen, Umzüge oder Absiedelungen treffen.