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Retailer fordern Sonntagsöffnung

Wollen mit E-Commerce mithalten können

Autor: Charles Steiner

Der E-Commerce bringt den stationären Einzelhandel massiv unter Druck, denn im Internet lässt sich es bequem 24/7 shoppen, während man stationär an Öffnungszeiten gebunden ist. Einmal mehr stellt daher der Austrian Council of Shopping Centers (ACSC), eine Fachvereinigung für Einkaufszentren, die Forderung nach einer Sonntagsöffnung. Zumindest an sechs bis zehn Sonntagen im Jahr will die Vereinigung eine Sonntagsöffnung für alle Handelsbetriebe erwirken.

Argumentiert wird diese Forderung, dass Internetshopping einerseits rund um die Uhr verfügbar sei und auch noch steuerlich bevorzugt sei, weswegen eine Sonntagsöffnung einen Wettbewerbsausgleich schaffen könne. Zudem hätten viele Shoppingcenter Entertainment- und Gastroangebot, das sich mit dem Einzelhandel kombinieren ließe. Weiters würde eine Kaufkraftrückgewinnung durch den Tourismus erreicht werden können, so der ASCS, denn Städtetourismus finde oftmals an verlängerten Wochenenden statt. Tourismuszonen lehnt der ASCS hingegen ab, sie wollen eine Sonntagsöffnung für alle Betriebe. Auch in Bezug auf die neuen Arbeitswelten - Arbeiten ist flexibler geworden - hält der ASCS eine Sonntagsöffnung für notwendig.

Die Fachvereinigung betont dabei allerdings einerseits die Freiwilligkeit der Arbeit am Sonntag und andererseits, nicht an kollektivvertraglich zustehenden Zuschlägen und Zeitausgleich rütteln zu wollen.

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) erteilte der Forderung des ASCS postwendend eine Absage. Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der GPA-djp, sagt: „Sechs Tage in der Woche ist das Einkaufen möglich. Wenn es um die Vereinfachung von Regelungen geht, sind wir gesprächsbereit. Wenn es aber um die Ausweitung der Sonntagsöffnung in Österreich geht, sagen wir ganz klar Nein. Die Handelsangestellten wollen das nicht. Der freie Sonntag steht ihnen zu.“