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Retailflächen schrumpfen dramatisch

In schlechten Lagen sogar um ein Viertel

Autor: Charles Steiner

Der Onlinehandel gräbt mehr und mehr vom stationären Geschäft ab - und das hat dramatische Folgen für Retailflächen, die nicht gerade in Highstreets angesiedelt sind. Laut einer aktuellen Publikation von RegioPlan würden die Leerstände drastisch steigen, in manchen Lagen sogar um 25 Prozent oder mehr.

Laut RegioPlan würden - exklusive des Lebensmittelhandels - rund 13 Prozent der Konsumausgaben in den Onlinehandel fließen, mit dem an sich wenig onlineaffinen Lebensmittelhandel seien es sogar 18 Prozent. Für RegioPlan Geschäftsführer Wolfgang Richter besteht dringender Handlungsbedarf: „Während wir bei den Top-Geschäftsstraßen noch kaum über längere Zeit Leerstände sehen, ist die Situation in kleineren Städten oder generell in schwächeren Handelszonen mit Leerstandsquoten von 15 Prozent oder mehr oft dramatisch. Die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller.“ Laut Richter habe das Internet den Einzelhandel „entortet“, die Passantenfrequenzen in den Stadtkernen und innerstädtischen Handelszonen würden pro Jahr um zwischen vier und sechs Prozent sinken; nur in wenigen Fällen könnten die steigenden Touristenfrequenzen die Lücken füllen. Fehler ortet RegioPlan auch bei Stadt- und Verkehrsplanern, Baubehörden und Lokalpolitikern, die an einer koordinierten Planung, die die Bedürfnisse von potenziellen Kunden erkenne, missen ließen. „Die Kunden müssen nicht mehr in die innerstädtischen Handelszonen kommen. Durch Internet und periphere Einkaufszentren haben sie längst andere Optionen“, so Richter. Planer, Politiker aber auch Geschäftsleute und Investoren müssten nun lernen, was sie den Kunden bieten können, sodass sie kommen wollen. Der Tourismus habe es vorgezeigt: „Es wird künftig darum gehen, die Menschen nicht als Umsatzspender und Steuerzahler, sondern als Gäste zu betrachten.“