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S Immo-Eklat: So wurde abgestimmt

Chancen für Mandatsverlängerung von Ernst Vejdovszky gering

Autor: Charles Steiner

Die gestrige Hauptversammlung der S Immo hat zu einem Eklat geführt. Nicht nur, dass überraschend der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Simhandl, sein Stellvertreter Franz Kerber und Andrea Besenhofer überraschend abgewählt worden, stimmte die Mehrheit der Aktionäre gegen eine Satzungsänderung, die die Altersgrenze für eine Vorstandsmandatsverlängerung hätte abschaffen sollen - was bedeutet, dass wohl die Amtsperiode von Ernst Vejdovszky am 30. Juni des kommenden Jahres auslaufen wird. Gerüchten zufolge soll vor allem die Immofinanz maßgeblich an dem Knalleffekt auf der HV beteiligt gewesen sein. Allerdings: Die Anwesenheit war mit rund 30 Prozent bzw. mit knapp über 40 Prozent des vertretenen Grundkapitals äußerst gering. Nur so sei dieser Knalleffekt möglich gewesen.

Nun ist der Aufsichtsrat erheblich dezimiert worden, muss sich neu konstituieren und wird aus den verbleibenden vier Mitgliedern, bestehend aus Hanna Bomba, Christian Hager, Manfred Raph und Karin Rest - einen neuen Vorsitzenden sowie dessen Stellvertreter wählen.

"Wir haben die Abstimmungsergebnisse der gestrigen Hauptversammlung zur Kenntnis genommen und finden nun eine neue Situation vor, die wir in Ruhe zu analysieren haben. Was meine persönliche Lage betrifft, sehe ich mich nach wie vor nicht im Ruhestand, sondern möchte mit viel Energie weiterarbeiten. Zumindest für die nächsten neun Monate werde ich das als Vorstandsvorsitzender der S Immo AG tun", so Ernst Vejdovszky zum immoflash. Von der Immofinanz war bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahmen zu bekommen.

Gerechnet hatte mit diesem Eklat vorerst niemand. Vor allem Wilhelm Rasinger - er war ursprünglich das achte Aufsichtsratsmitglied, wurde aber im Vorfeld aber nicht verlängert - sparte nicht an Kritik an dieser Vorgehensweise und griff Immofinanz-CEO Ronny Pecik an, der offenbar mit allen Mitteln einen Zusammenschluss zwischen Immofinanz und S Immo erwirken will. Im immoflash-Gespräch sprach er in Hinblick auf den Aufsichtsrat sowie dem langjährigen und erfolgreichen S Immo-Chef Vejdovszky von einer brutalen Vorgehensweise, die einer öffentlichen Exekution gleichgekommen war.