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Schluss mit dem CO2-Schmäh

Austrian Standards fordert einheitliche Regeln

Autor: Charles Steiner

Nachhaltigkeit, frei von fossilen Energieträgern, CO2-neutral: Allesamt in Zeiten des Klimawandels wohlklingende Begriffe, die durchaus auch marketingtauglich sind. Schließlich wird die Käufergruppe quer durch alle Sparten - das inkludiert natürlich auch Immobilien - umweltbewusster und fragt nach diesen Attributen nach. Wer etwas nachhaltiges, CO2-neutrales oder ähnliches anbietet, hat einen Wettbewerbsvorteil.

Nur: Für Austrian Standards sind die Begriffe in vielen Fällen leere Worthülsen, es fehle an einheitlichen Regelungen, ab wann etwas klimaneutral ist und welche Kriterien dafür erfüllt werden müssen. „Bis jetzt kann sich leicht ein jeder das Mascherl Klimaschutz umbinden, ohne dass viel dahintersteckt,“ beobachtet Karl Grün, Director Standards Development bei Austrian Standards. Er fordert einen internationalen Standard, den ISO 14068 für „Treibhausgasmanagement und damit verbundene Aktivitäten - Kohlenstoffneutralität“. Laut Austrian Standards soll dieser künftig klare Begriffsdefinitionen und Parameter für CO2-Neutralität festlegen und diese auch nachweisbar machen. Der ISO 14086 solle dabei bei Produkten, Gebäuden, Veranstaltungen oder Dienstleistungen anzuwenden sein.

Denn Österreich hat vonseiten der EU die Vorgabe, in zehn Jahren 36 Prozent weniger zu emittieren, bis Ende des Jahres ist der EU noch ein adaptierter Nationaler Energie- und Klimaplan (NECP) vorzulegen. Grün: „Damit es nicht bei einer reinen PR-Maßnahme bleibt, ist es wichtig, dass Taten folgen.“ Aktuell arbeiten Experten aus 62 Ländern die besagte ISO 15086. Der daraus erarbeitete Konsens soll in diesen Standard einfließen. Laut Austrian Standards seien Energieeffizienzstandards im Bauwesen, Kreislaufwirtschaftsstandards und Smart-City-Standards praktikable Türöffner am Weg zum klimafreundlichen Agieren.