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conwert feuert Schneider

"Unterschiedliche Auffassungen über Strategie"

Autor: Gerhard Rodler

Die Turbulenzen bei der conwert gehen mit unverminderter Heftigkeit weiter. Nach dem Scheitern der von conwert-Großaktionär Hans Peter Haselsteiner massiv vorangetriebenen Übernahme der conwert durch die Deutsche Wohnen, verabschiedet sich Haselsteiner von einem langjährigen Wegbegleiter.

Die conwert hat gestern, Dienstag, abend bekannt gegeben, dass der Verwaltungsrat mit dem Geschäftsführenden Direktor Clemens Schneider aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Umsetzung der Strategie der Gesellschaft Gespräche über ein vorzeitiges Ausscheiden als Geschäftsführender Direktor führt. Die Gespräche befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Auch der ECO-Aufsichtsrat führt mit Schneider „Gespräche über ein vorzeitiges Ausscheiden aus seinen Funktionen“. Konkret dürfte es bei den unterschiedlichen Auffassungen um genau jene geplatzte Übernahme handeln, die Haselsteiner schon weitgehend vorbereitet hatte, die Clemens Schneider aber angeblich so nicht wirklich mittragen wollte.

Das Ausscheiden kam nicht ganz unerwartet. Denn Haselsteiner kann ihm das Scheitern des Einstieges der Deutschen Wohnen bei conwert mit mindestens 50 Prozent plus eine Aktie nicht verzeihen, zumal Haselsteiner bis vor kurzem fix davon ausgegangen war, dass der Deal durch gehen würde.

Mehr noch: Die Deutsche Wohnen hatte rund ums Übernahmeangebot auch nicht mit Kritik am conwert-Management und der Strategie des Unternehmens gespart.

Schneider stand damit nur etwas mehr als ein Jahr am conwert-Führerstand, ein Vertrag wäre an sich noch bis zum Jahr 2018 gelaufen.

Schon vor seinem Engagement bei der conwert galt Clemens Schneider als Vertrauter von „HPH“. Immerhin hatte Haselsteiner seinen Vertrauten Clemens Schneider davor schon bei der „Westbahn“ eingesetzt.

Davor war Schneider von 2005 bis 2012 ÖGB-Finanzchef. Aus dieser Zeit wird ihm die Verwicklung in den Verkauf von Kärntner Seen, die dem Österreichischen Gewerkschaftsbund und der früher ÖGB-eigenen BAWAG gehörten, an das Land Kärnten vorgeworfen.