Immobilien Magazin

Schneller bauen mit Holz

Wohnraum in den Ballungszentren ist knapp, die Bauträger bzw. Entwickler kommen kaum noch mit dem Bauen nach. Doch es gibt eine Lösung: Holzmodulbauweise. Das soll deutlich schneller gehen und auch eine höhere Flächenausbeute bringen.

Autor: Charles Steiner

Österreich wächst. Noch stärker wachsen allerdings die Ballungsräume. Das derzeitige Bevölkerungswachstum von Wien beträgt laut Statistik sagenhafte 25 Prozent. Und diese Leute benötigen Wohnraum. Allerdings ist es nicht so einfach, welchen zu schaffen - denn einerseits dauert der Bau eine gewisse Zeit, andererseits sind Grundstücke rar - wie auch Fachkräfte beim Bauen. Das schraubt naturgemäß die Kosten in die Höhe. Das Resultat: Die Wohnungssituation in Wien verschärft sich weiter.

Was also tun? Ein Baustoff, der laut Regina Lettner (baukult) im Rahmen der imh-Konferenz „Der Immobilienstandort in Wien und Graz“ schnellere Bauzeiten, günstigere Preise und dennoch attraktive Renditen bringt ist Holz. Ihrer Ansicht nach könne man mit Holzmodulbauweise dem akuten Wohnungsmangel entgegenwirken, ohne bei der Qualität oder bei der Beständigkeit Abstriche machen zu müssen. Als Beispiel führte sie ein Studentenwohnheim im Stadtteil Moholt im norwegischen Trondheim an. 23.000 m² bzw, 532 Wohneinheiten sind dort in mehreren Blöcken entstanden - der Bau für einen habe lediglich 5,5 Wochen benötigt. Oder anders ausgedrückt: Die Bauzeit reduziert sich um 45 Prozent. Und wenn schneller gebaut werden kann, ist auch eine schnellere Verwertung möglich.

Auch die Flächenausbeute ist höher, drei Prozent mehr Nutzfläche seien drin. Und die Bauform habe bei Wohnungssuchende auch eine entsprechende Nachfrage. 45 Prozent der Befragten einer durchgeführten Studie empfänden Holz als sehr sympathisch, nur Ziegel seien noch beliebter.

Warum diese Bauform noch nicht flächendeckend eingeführt wurde? Regina Lettner verweist in dem Zusammenhang, dass sehr viele Bauträger noch unsicher seien, ob sie überhaupt das passende Know-how dafür hätten und deshalb lieber konventionell bauen würden. Doch die Angst sei unbegründet, denn der technische Aufwand sei längst nicht so hoch, sodass auch konventionelle Bauträger problemlos damit bauen könnten.