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Schreckgespenst Minusrendite

Eine MIPIM der Gegensätze

Autor: Gerhard Rodler aus Cannes

Die seit gestern und noch bis diesen Freitag laufende MIPIM 2016 in Cannes ist eine Veranstaltung der Gegensätze: die tatsächlich vorhandene Furcht vor Nullrenditen (was wohl für den gesamten Markt schädlich wäre) – im Gegensatz zu den brummenden Geschäften wie schon lange nicht mehr. Geld, vor allem billiges (Investoren-)Geld ist fast im Überfluss da und die allermeisten Investoren sind bereit, mittlerweile Konzessionen zu machen, die sogar vor drei Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Klar ist jetzt schon, dass die größte Immobilienveranstaltung der Welt keinen „all-time-record“ bei den Besuchern aufstellen wird. 23.500 werden es in diesem Jahr wohl werden, das lässt sich heute schon absehen, weil morgen und übermorgen kaum noch neue Teilnehmer ankommen. Dafür werden wohl mit Sicherheit neue Höchstmarken erreicht, was das „gedrehte“ Investmentvolumen und vor allem was die Immobilienpreise betrifft.

Aussagen österreichischer und internationaler Profis gestern und heute zufolge liegen die erzielbaren Immobilienpreise vergleichbar um zehn bis 15 Prozent über dem Vorjahr – und die meisten gehen davon aus, dass man auf der diesjährigen Mapic im Herbst nochmals eine Preissteigerung in ähnlicher Dimension sehen könnte! Genau das treibt die Investoren in Alternativen: Hoch im Kurs sind in diesem Jahr studentisches Wohnen, healthcare und soziale Immobilien („betreutes Wohnen“). Auch wenn da und dort unter den ingesamt 1.000 neuen Projekten hier der eine oder andere spektakuläre Tower (auch in Moskau), wieder russische Einkaufszentren und Stadtentwicklungen oder Bombastisches aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu bewundern ist ... mehr Interesse als an diesen eher wenig realistischen Konzeptstudien herrscht an simplen, aber nachgefragten Produkten wie Wohnbau (eigentlich weltweit), aber auch an vielen kleinen Projekten und sogar B-Lagen, die sich hier heuer erstmals ganz selbstbewusst (und erfolgreich!) präsentieren.

Auf der Suche nach neuen, saftigeren „Renditeweiden“ ist die Karawane längst weiter gezogen, sucht ganz neuen Wege und geht auch mehr Risiko ein.