Immobilien Magazin

Sicherheit dank Digitalisierung

Dank der ausgeklügelten Sicherheitssysteme ist der Aufzug das sicherste Fahrzeug der Welt. Aktuell ist ein Innovationsschub zu beobachten.

Autor: Stefan Posch

1853 ließ der Amerikaner Elisha Graves Otis bei einer Demonstration seines neuen Aufzugs das Trageseil von seinem Assistenten durchschneiden. Der Aufzug raste nicht, wie vom Publikum erwartet, in die Tiefe, sondern bremste dank einer automatischen Absturzfangvorrichtung. Der Sicherheitsaufzug war geboren.

Auch auf der letzten Expo Real in München wurde eine Live-Demonstration zum Thema Aufzugssicherheit präsentiert. Das deutsche Unternehmen Hundt Consult, das auch am österreichischen Markt seine Produkte anbietet, stellte das System Lift Guardian vor, das ausschließlich mithilfe von Sensorik über den Zustand, die Sicherheit und den Instandhaltungsbedarf einer Aufzugsanlage informieren kann. Dabei muss nicht in die Hardware eingegriffen werden und damit ist das System unabhängig vom Hersteller und den verbauten Komponenten. Durch diese präventive Instandhaltung sollen Kosten reduziert werden und gleichzeitig die Anlagenverfügbarkeit, die Transparenz sowie der Komfort erhöht werden.

Sparen durch Technik

"Durch den Einsatz neuer Technik gibt es einige Möglichkeiten Kosten zu sparen", meint Raimund Prais, Vertriebsdirektor bei dem Hersteller von Aufzugsnotrufsystemen Alcomtec. Das beginne bereits bei den Kosten der Verbindung der Notrufsysteme. "Derzeit findet ein technischer Umbruch in der Telekom-Branche statt. Analoge selbststromversorgende Leitungen gibt es nicht mehr", erklärt Prais, der IP-Verbindungen als die Zukunft gesehen hat und deswegen die GSM-Technologie ausließ. "Bei GSM handelt sich um analoge Telefonie, die auf kurz oder lang an ihre Grenzen stoßen wird", erklärt er.

Als weitere Vorteile des IP-Systems sieht Prais, dass damit keine Kontrollanrufe mehr nötig sind, da eine ständige Verbindung zwischen Lift und Notrufzentrale mit einer nationalen roaming Datenkarte gegeben ist, die für alle Netze gültig ist. Der Notruf wird dabei verschlüsselt und geschützt im VPN übertragen. "So ist sichergestellt, dass nicht nur die Sprache kristallklar und sicher ist, sondern der gesamte Notruf, wenn gewünscht, inklusive Daten übertragen wird".

Keine Fehlalarme

"Unser System lift eye-P kann auch mit einer Kamera ausgestattet werden", ergänzt Prais. Sie überträgt nur bei Auslösen eines Notrufes im Lift ein Live-Bild aus der Aufzugskabine an die Notrufzentrale. "So kann im medizinischen Notfall rasch Hilfe entsendet werden, oder umgekehrt, teure Fehleinsätze bei Notruf ohne Personenbefreiung aus dem Aufzug vermieden werden", so Prais über die Vorteile der Bildübertragung. Von diesem Aufzugsnotrufsystem profitieren laut Prais insbesondere Betreiber älterer Aufzüge oder Anlagenbetreiber. So ist auch bei älteren Aufzugsgenerationen ein sicheres Hoch- und Runterfahren gewährleistet.