Immobilien Magazin

Die Wiedervereinigung als Turbo für Österreich

Heute ist der Tag der Deutschen Einheit. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass die Expo Real erst morgen startet. Dieser Feiertag ist allerdings auch für österreichische Immobilienunternehmen von Aktualität.

Autor: Charles Steiner

Es war am 3. Oktober 1990, ein Mittwoch, als nach dem Fall der Berliner Mauer der politische Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands geebnet wurde. Die DDR war einen Schritt vor dem ökonomischen und politischen Zusammenbruch, die Bundesrepublik setzte daher alles daran, noch vor diesem Crash die entsprechenden Verträge zur Integration der DDR in das restliche Deutschland unter Dach und Fach zu bringen. Der Rest ist Geschichte. Nicht zuletzt deshalb startet die Expo Real nicht, wie gewohnt, heute - sondern morgen. Und der Tag der Deutschen Einheit ist auch für österreichische Entwickler ein Feiertag, wenn man es genau nimmt.

Denn: Hätte es Deutschland damals nicht geschafft, wieder zu einem Land zu werden, womöglich wäre die Entwicklung der meisten österreichischen Immo-Konzerne anders verlaufen. Bestes Beispiel dafür ist Berlin. Bis 1989 war die deutsche Metropole eine geteilte Stadt, Ost und West wurden durch eine Mauer getrennt, die schier unpassierbar schien. Bis eben zum Mauerfall. Und aus dem Mauerschutt sind, sprichwörtlich gesagt, Immobilien geworden.

Die Österreicher haben schon relativ früh in Berlin ihre Fühler ausgestreckt. Zu Zeiten, wo entsprechende Grundstücke und Portfolios noch einigermaßen günstig zu haben waren. Jetzt entwickelt sich Berlin immer mehr - und damit gewinnen die Grundstücke wie Portfolios an Wert. UBM, CA Immo, S Immo, BUWOG, conwert. Sie alle sind dort aktiv. Die UBM entwickelt dort etwa das neue Headquarter von Zalando, mehrere Wohnimmobilien und hat im Vorjahr erfolgreich das Hotel andels verkauft. Die CA Immo gestaltet das Areal rund um den Berliner Hauptbahnhof, entwickelt dort als Landmark "The Cube". Auch in der Pipeline: Das "Rieck2". Die S Immo hat gerade vor kurzem ein größeres Wohnportfolio im Sinne ihrer antizyklischen Strategie verkauft. Und die BUWOG hat dort mehrere Wohnprojekte am Start.

Die conwert hat neben Berlin generell ein größeres Portfolio in Ostdeutschland. Zum Beispiel in Dresden, Potsdam oder Leipzig. Und zwar so erfolgreich, dass mittlerweile der größte deutsche Wohnkonzern, die Vonovia, ein Auge auf das österreichische Unternehmen geworfen hat und dieses mit gutem Geld übernehmen will.

Man versuche sich nur vorzustellen, die Wiedervereinigung hätte es gar nicht gegeben...