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Mehr Abgrenzung von privatem Wohnbau

Mit sozialem Wohnbau nicht vergleichbar

Autor: Charles Steiner

Während der private Wohnbau kaum wirtschaftliche Erleichterungen erhält, hat es der soziale Wohnbau wesentlich leichter bei der Realisierung von Wohnbauprojekten. Günstigere Bankzinsen, KÖST-Befreiung und auch die Möglichkeit, Grund- und Baukostenbeiträge einzuheben, sind für private Wohnbauträger nicht möglich. Das ist zwar für die Wiener Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder nichts Verwerfliches, nur vergleichen könne man privaten und sozialen Wohnbau nicht. Der Fachgruppenobmann Michael Pisecky und Bauträgersprecher Hans Jörg Ulreich fordern jedenfalls eine klare Differenzierung zum sozialen Wohnbau, vor allem in der politischen Diskussion. Die Vermischung würde nämlich zu einer unrichtigen und verzerrten Darstellung des privaten Wohnbaus und privater Vermietungen führen.

Pisecky führt das näher aus: "Gemeinnützige Bauvereinigungen sind von der KÖST befreit, die sich im privaten Wohnbau mit 25 Prozent zu Buche schlägt. Bankzinsen sind im Schnitt für gemeinnützige Bauvereinigungen um ca. 2 Prozent niedriger als für private Unternehmer. Weiters dürfen "gemeinnützig" bis zu 500 Euro pro Quadratmeter an Grund- und Baukostenbeiträge eingenommen werden, im privaten Bereich ist dies strikt verboten!" Dezidiert will er aber nicht die selben Rahmenbedingungen wie der soziale Wohnbau, sagt er: "Die private Immobilienwirtschaft wünscht sich keine Vergünstigungen wie im sozialen Wohnbau. Vielmehr wollen wir ein Ende der ungerechten Vergleiche und eine getrennte Betrachtungsweise. Wir sind keine Konkurrenten, wir sind Partner - wir arbeiten alle für Wiens Bevölkerung!"

Für Ulreich ist jedenfalls der direkte Vergleich zwischen den beiden Wohnbaubereichen gänzlich unzulässig: "Die private Immobilienwirtschaft arbeitet ohne Steuerbegünstigungen auf eigenes Risiko und im Gegensatz zu sozialen Wohnbauvereinigungen gewinnorientiert - wir müssen uns daher an Marktkonditionen orientieren! Es ist einfach nicht richtig, privaten Wohnbau und seine Preise ständig mit sozialem Wohnbau zu vergleichen bzw. daran zu messen. Private Unternehmen können mit diesen völlig verschiedenen Voraussetzungen beim besten Willen nicht mithalten!"

Beide Experten sind sich einig, dass nur eine getrennte Sichtweise der beiden Bereiche zu langfristig guten rechtlichen Rahmenbedingungen führen kann. "Im sozialen Wohnbau muss das Verteilungsproblem gelöst werden, im privaten Wohnbau braucht es u.a. ein Mietrecht, das sich an der Produktqualität orientiert und nicht wie bisher ständig an Preisen im sozialen Wohnbau, der unter vergünstigten Voraussetzungen arbeitet", so Ulreich.