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Starkes Investment, schwache Mietnachfrage

Wr. Büros: Nur 215.000 m2 Neuvermietung

Autor: Gerhard Rodler

Vor dem Hintergrund der mageren heimischen Konjunkturaussichten und des niedrigen Zinsumfeldes präsentiert sich der Wiener Büromarkt derzeit zweigeteilt: während der Investmentmarkt im Vorjahr mit 2,8 Mrd. Euro alle Rekorde brach, blieb am Vermietungsmarkt die Nachfrage klar hinter den Erwartungen. Dies geht aus dem aktuellen Büromarktbericht für das Frühjahr 2015 hervor, den Eugen Otto am Montag gemeinsam mit seinem Expertenteam präsentierte. Mit nur 215.000 m² lag die Nachfrage am Vermietungsmarkt fast ein Viertel unter dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre, wobei vor allem die öffentliche Hand viele ihrer erwarteten Flächengesuche nicht realisiert habe. Besonders verhalten sei die Nachfrage im hochpreisigen Segment in Bestlagen gewesen, berichten die Experten von Otto Immobilien. Beliebt hingegen seien bei Mietern derzeit „moderne Erstbezugsflächen mit guter Verkehrsanbindung in mittelpreisigen Flachbauten ebenso wie kleinere Flächen bis 500 m².

Der Investmentmarkt 2014 verzeichnet laut Marktbericht hingegen ein Rekordjahr: 2,8 Mrd. Euro wurden bei Transaktionen im gewerblichen Sektor umgesetzt – rund 65 Prozent mehr als im Jahr 2013. Dies entspricht dem höchsten Wert seit 2007.

Für mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens waren internationale Investoren verantwortlich. Weiter zu gering sei das Angebot an neuen Büroflächen – vor allem auch angesichts des Rekordtiefs im Vorjahr, heißt es im Büromarktbericht weiter. Von den 130.000 m², die heuer realisiert werden, kommt nur ein geringer Teil auf den Markt. Alleine der ´Erste Campus´ am Wiener Hauptbahnhof ist für drei Viertel der neuen Flächen verantwortlich – wird aber von der Erste Group selbst genutzt.

Die Nominalmieten sind weiter stabil mit durchschnittlich 13 Euro pro m² für Erstbezugsflächen in Neubauten. Auch die Spitzenmieten bewegen sich mit 25 Euro pro m² auf dem Niveau des Vorjahres. Vor allem aufgrund des geringen Fertigstellungsvolumens war die Leerstandsquote im Vorjahr stabil bei 6,5 Prozent lag und könnte nun weiter fallen.

Die Renditen gerieten auch aufgrund der starken Nachfrage im Vorjahr unter Druck: Die Spitzenrenditen für moderne Büroobjekte sanken auf 4,75 Prozent und dürften weiter fallen. Im Jahr 2013 lag dieser Wert noch bei 5,25 Prozent.