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Startschuss zur Mietendiskussion

Kommentar zum Montag

Autor: Gerhard Rodler

So wie es derzeit aussieht, zeichnet sich buchstäblich eine Jahrhundertchance –im wahrsten Sinn des Wortes – beim unsäglichen Thema Mietrechtsgesetz ab. Dieses stammt bekanntlich noch aus einer Zeit, wo es der Monarchie (ja, so alt ist dieses Gesetz schon!) darum ging, die Witwen ihrer (gefallenen) Offiziere vor den damaligen in der Tat weitgehend wenig sozial denkenden Hausbesitzern zu schützen. Seither hat sich viel verändert - vor allem auf der sozialen Seite, nur das Gesetz in wesentlichen Passagen nicht.

Jetzt erstmals erkennen die durchaus links denkenden Grünen und die populistisch denkenden Freiheitlichen, dass es vielleicht gar nicht so zweckdienlich ist (auch in Richtung Klientenpolitik), die Erben von Hofratswitwen mit Wohnraum in allerersten Lagen (auch der Wiener City) zu Mieten von einem bis drei Euro pro Quadratmeter zu versorgen, wenn die weniger gut finanziell ausgestatteten jungen Leute ohne wirtschaftlich etablierte Eltern für weit schlechtere Wohnqualitäten zumindest zehn Euro und mehr auf den Tisch legen müssen. Zumindest Teile der ÖVP sehen das schaumgebremst aber doch ähnlich. Im Grunde müsste jetzt nur noch entsprechender Druck gegenüber SPÖ aufgebaut werden, um Thomas Malloths langjährigen Traum absehbar wahr werden zu lassen: Das Mietrechtsgesetz verbrennen und von Grund auf neu machen! Das Zeitfenster dazu hat sich vergangene Woche schlagartig geöffnet. Jetzt rasch handeln, bevor es sich wieder schließt!