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Killt Stationär Online?

Einzelhandelsflächen wachsen ungebremst

Autor: Gerhard Rodler

Killen die traditionellen Handelsflächen das Online-Geschäft? Mit Sicherheit nicht. Aber es sieht auf den ersten Blick (aber nur auf den ersten!) fast so aus. Denn bei insgesamt nur leicht steigenden Handelsumsätzen (stationär und online zusammengerechnet) boomen die Handelsflächen - allerdings bei insgesamt rückäufigen Umsätzen im stationären Handel. Womit das Bild wieder gerade gerückt wäre.

Dennoch: Der seit 2008 ununterbrochen expandierende Einzelhandelsmarkt in Deutschland wuchs auch im Berichtsjahr 2015 mit einem nominalen Umsatzplus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 471 Milliarden Euro weiter an. Das Niveau der Einzelhandels-Spitzenmieten erhöhte sich nach Analysen von DIP - Deutsche Immobilien-Partner in den bedeutendsten deutschen Einzelhandelsmetropolen Berlin, Hamburg, München, Frankfurt/Main, Köln, Düsseldorf und Stuttgart („Big Seven“) dagegen deutlich moderater um lediglich 0,5 Prozent auf aktuell 313 Euro/m². 2014 zog das Spitzenmietniveau im Mittel noch um 6,9 Prozent bzw. 20 Euro/m² an. Hintergrund für die unterschiedliche Entwicklung: Während 2014 die Spitzenmieten in sechs der sieben Metropolen z.T. deutlich stiegen (Ausnahme: Hamburg), erhöhten sie sich 2015 lediglich in Berlin. Auch nationale und internationale Kapitalanleger sind nach wie vor stark an Einzelhandelsinvestments in den besten City-Lagen vor allem der Metropolen interessiert. Entsprechend bewegen sich die Spitzenrenditen für Geschäftshäuser in den Top-Lagen der „Big Seven“ wie im Vorjahr auf niedrigem Niveau zwischen 3,3 Prozent und 4,5 Prozent. Gleichzeitig nähern sich die Spitzenrenditen für Top-Objekte in attraktiven B-Städten wie Leipzig (4,2 Prozent) und Nürnberg (4,5 Prozent) zunehmend dem Niveau der Metropolen an.