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Steigen jetzt auch die Mieten?

Eigentumspreise auf Reiseflughöhe

Autor: Gerhard Rodler

Der Immobilienmarkt ist zur Normalität zurückgekehrt. Die starken Preissteigerungen der letzten Jahre sind – bis auf Weiteres – Vergangenheit. Das ergibt der aktuelle ImmoDEX-Immobilienmarktanalyse von IMMOBILIEN.NET, einer Tochter von ImmobilienScout24. „Während sich der Gesamtmarkt weiterhin stabil zeigt, sehen wir einige spannende Mikro-Trends im Eigentumsbereich, wie etwa die Erweiterung des Speckgürtels oder den Trend zu Haus statt Wohnung“, so Patrick Schenner, Geschäftsführer von IMMOBILIEN.NET. „Bei den Mieten gehen wir davon aus, dass wir in den kommenden Jahren einen Preisanstieg bei den Neuvermietungen sehen werden, da Zuzug und Landflucht den Bedarf an neuem urbanen Wohnraum steigern werden“, so Schenner weiter.

Trend 1: Neues Biedermeier, eigenes Haus

Während die Preisentwicklung sich insgesamt und österreichweit relativ stabil zeigte, wies die Preiskurve für Häuser im ersten Halbjahr in allen Bundesländern nach oben.

Auch die gestiegene Nachfrage bestätigt diesen Trend zum „Eigenheim mit Eigendach“ und zur Bereitschaft, mehr in ein eigenes Haus zu investieren. Spitzenreiter beim Preisanstieg für neuwertige Häuser ist Salzburg mit einem Plus von 11 Prozent vor Kärnten (+10 Prozent), dem Burgenland (+8 Prozent) und Oberösterreich (+6 Prozent). Der Preis für gebrauchte Einfamilienhäuser stieg vor allem in Tirol (+7 Prozent), aber auch in der Steiermark (+5 Prozent), wo allerdings noch ein relativ niedriges Preisniveau vorherrscht.

Trend 2: Sicherer Hafen und Residenz im Alpenland

Preissteigerungen in Mikrolagen sind auch auf Investoren aus dem (benachbarten) Ausland zurückzuführen. Von der schwachen Konjunktur und der unsicheren Lage in Italien dürften vor allem Innsbruck und Kärnten profitiert haben. In Innsbruck haben sowohl neuwertige (+14 Prozent) als auch gebrauchte (+6 Prozent) Eigentumswohnungen signifikant zugelegt. Grundstücke und Häuser wurden insbesondere in Klagenfurt und Villach empfindlich teurer. Die gestiegene Nachfrage aus Italien auf IMMOBILIEN.NET (+37 Prozent seit 2008) ist ein zusätzlicher Hinweis. Der Trend lässt sich auch an Zahlen der Betriebsansiedlungsagentur ABA-Invest in Austria ablesen. Die Zahl der Neuansiedlungen von italienischen Unternehmen in Österreich hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Zwei Drittel der Ansiedlungen konzentrieren sich auf Tirol und Kärnten – mit je rund 400 italienischen Unternehmen.