immoflash

Steigende Wohnpreise und der gemeine Ziesel

Weil Baugründe nicht genutzt werden dürfen

Autor: Gerhard Rodler

Die derzeit weiter nicht in den Griff zu bekommenden steigenden Wohnungspreise vor allem in Wien haben ihren Grund vor allem in den nach wie vor steigenden Grundstückspreisen, während die Baukosten selbst zuletzt sogar wieder leicht zurück gegangen sind.

Josef Schmidinger, Vorstand der s Wohnbaubank ortet einen wesentlichen Grund dafür im „gemeinen Ziesel“ und anderen mehr oder minder schützenswerten Artgenossen. Denn diese - und anderen schützenswerte „Naturereignisse“ wie das vorübergehende Phänomen von Steppengras nach einer Hitzeperiode - würden für zum Teil jahre-, manchmal jahrzehntelange Baustopps von bereits baugenehmigten Wohnprojekten führen. Um dann dennoch die nötigen Wohnungen bauen zu können, muss neuer Baugrund gekauft werden - und die Verkäufer reagieren dabei naturgemäß mit steigenden Preisvorstellungen. Fazit: „Es gäbe genug Baugrund, wenn wir diesen nur nutzen dürften“, so Schmidinger gestern abend am Rande eines Pressegespräches. Dabei sollten in den nächsten Jahren rund 30.000 Wohnungen zustätzlich gebaut werden, um den durch Bevölkerungswachstum steigenden Bedarf zu decken. Gebraucht werden dabei vor allem preisgünstige Wohnungen, während das Luxussegment bald gesättigt erscheine.

Die s Wohnbaubank ist trotz dieser den gesamten Markt betreffenden Unbillen und angesichts des niedrigen Zinsniveaus durchwegs gut unterwegs. Im 22. Jahr ihres Bestehens wurden Wohnbauanleihen im Volumen von 81,8 Millionen Euro emittiert - mehr als die Hälfte davon entfiel dabei auf die KMUs Wohnbauanleihe, die speziell zur Ausnützung des Gewinnfreibetrags gezeichnet wurde.

Für dieses Jahr rechnet Vorstand Ernst Karner wieder mit steigenden Emissionserlösen, weil sich die Österreicher an die Niedrigzinsen gewöhnt hätten.