Immobilien Magazin

Studentenwohnen hat noch viel Potenzial

Immer mehr Investoren setzen auf die Assetklasse studentisches Wohnen. Eine aktuelle Studie von StudentMarketing bescheinigt jetzt diesen Vehikeln hohes Potenzial - und vor allem scheint es rezessionssicher zu sein.

Autor: Charles Steiner

Immer mehr Investoren und Projektentwickler orientieren sich in Richtung Student Housing. Vor allem in Städten, die einen hohen Zuzug internationaler Studenten aufweisen, werden nicht nur jede Menge neue Projekte entwickelt - sie liefern auch einen entsprechenden Cashflow. Daten zur Marktsituation von Studentenwohnungen waren allerdings nicht oder nur schwer zu bekommen. Jetzt hat der in Wien ansässige Anbieter solcher Wohneinheiten sowie Researcher, StudentMarketing, erstmals eine Studie mit dem Titel "Student Housing Asset Class" zur Marktsituation in Europa erhoben. Das Fazit: Mit Studentenwohnen kann man aktuell nicht verlieren.

Denn: Einerseits übersteigt die Nachfrage das Angebot in den untersuchten Städten bei weitem - im Europaschnitt gibt es lediglich für 15 Prozent der Studierenden entsprechende Betten. Das gilt auch für Wien: Mehr als 186.000 Studierende wurden in der Studie identifiziert, mehr als 50.000 sind internationale Studenten. Dem gegenüber stehen etwas mehr als 19.000 Betten zur Verfügung, davon 3.670 von privaten Anbietern. Gerade bei letzteren ist aber die Nachfrage am größten.

Auch scheinen der Studie zufolge Studentenwohnungen relativ krisensicher zu sein: Daten der letzten 20 Jahre würden demnach zeigen, dass zu Zeiten wirtschaftlicher Abschwünge die Studentenzahl nicht abnimmt. Das dürfte auch der Grund sein, weswegen immer mehr Investoren Studentenwohnungen als attraktive Assetklasse wahrgenommen haben und auch mehr Kapital in Student Housing einsetzen wollen. Immerhin: Laut der Studie würden mittlerweile über 200 Investmentmanager Studentenwohnungen als viertbeliebteste Assetklasse nach Büro, Hotel und Wohnimmobilien im Allgemeinen klassifizieren. Als Vergleich: Laut Studie seien europaweit 2016 Investitionsvolumina von 5,9 Milliarden Euro gemessen worden. Wohnen rangierte bei 36 Milliarden Euro, Hotel bei 20 Milliarden und Office bei weit über 100 Milliarden.

Das aus mehreren Gründen: Einerseits gäbe es noch jede Menge Potenzial für Neuentwicklungen, zudem seien die Renditen höher als bei anderen Anlageklassen. Vor allem lassen sich entsprechende Mieten generieren. In Wien läge die durchschnittliche Monatsmiete bei 559 Euro, in Dublin seien sogar 1.483 Euro pro Monat möglich, in Mailand 1.300 Euro.

Derzeit seien in Wien etwa 1.893 Betten bis 2021 in der Pipeline, Marktpotenzial herrsche noch für fast 17.000 Betten.