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Mieter stärker belastet

WU sieht Eigentümer im Vorteil

Autor: Stefan Posch

Österreichische Haushalte werden durch Wohnkosten unterschiedlich stark belastet. Während Eigentümer nur geringe Wohnkosten haben, sind Mieter stark belastet. Besonders hart trifft es Junge, Singles und Alleinerziehende. Um die Ungleichheit einzudämmen, sollten Förderungen bei den Mietern ansetzen. Das ergibt eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien (WU).Emanuel List und Wilfried Altzinger vom Forschungsinstitut Economics of Inequality der WU Wien haben in ihrer empirischen Analyse die Belastung österreichischer Haushalte durch Wohnkosten untersucht. Mieter haben demnach deutlich geringere Einkommen als Eigentümer. Das durchschnittlich verfügbare Einkommen eines Mieterhaushalts liegt bei 2.900 Euro monatlich. Eigentümerhaushalte hingegen können durchschnittlich 4.400 Euro im Monat auf dem Konto verzeichnen. Dieses Verhältnis spiegelt sich auch anteilig wider: Während im unteren Einkommensdrittel der Anteil der Mieter/innen rund 60 Prozent ausmacht, fällt er im einkommensstärksten Drittel auf unter 20 Prozent.

Wohnkosten spielen für Haushalte, die ihren Hauptwohnsitz mieten, eine wesentlich größere Rolle - nicht nur relativ, sondern auch absolut. Die monatlichen Wohnkosten für Eigentümer/innen betragen im Durchschnitt 448 Euro, während sie für Mieter/innen mit 646 Euro um 40 Prozent höher ausfallen.

Insgesamt sind 10,1 Prozent aller Haushalte mit einer hohen Wohnkostenbelastung konfrontiert - d.h. sie geben mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aus. Die Schere zwischen Eigentümer und Mieter geht hier aber weit auseinander: Nur 3,1 Prozent der Eigentümer haben eine hohe Wohnkostenbelastung, aber 19,4 Prozent der Mieter. Selbst wenn man die Kredittilgung zu den Wohnkosten hinzuzählte, wäre die relative Wohnkostenbelastung der Eigentümer mit Krediten immer noch geringer als jene der Mieter.