Immobilien Magazin
Gloria Sultano

Teil Vier: Weiterbildung Au weh!

Immobilienplaudereien von Gloria Sultano

Jetzt habe ich schon das zweite Mal nicht den Mumm gehabt, mich für den Immobilienmanagement-Lehrgang anzumelden. Ich begann vor drei Jahren mit meinen Recherchen zu einem Post-Graduate-Studium. Zuerst prüfte ich die TU-Wien ob der Tauglichkeit, hier für zwei volle Jahre neben dem Job die Schulbank zu drücken. Dann gab ich aber doch dem Privat-Leben den Vorzug.

Diesen Sommer war die Uni Krems an der Reihe, eine Empfehlung übrigens von meinem Freund. Ich habe dort im Juni die Aufnahmeprüfung abgelegt und diese auch bestanden. Allerdings trotz acht Jahren Berufspraxis nicht so easy going und en passant wie ich gehofft hatte. Im September, als es dann ernst wurde, überfielen mich erneut ambivalente Gefühle. Und die haben schließlich dafür gesorgt, dass ich bis heute neben der Maklerkonzession und diversen Weiterbildungen keinen Studienabschluss in diesem Bereich vorzuweisen habe.

Hin- und hergerissen zwischen den Vor- und Nachteilen, falle ich in eine Starre, die mich handlungsunfähig macht. Als Positivum ist anzuführen, ich bin wissbegierig, lerne gern dazu und freue mich darauf, neue Kollegen kennen zu lernen. Andererseits könnten Absenzen von einer ganzen Woche und das fast jeden Monat mit nicht unbeträchtlichen Gehaltseinbußen verbunden sein. Aber das Fachwissen zu vertiefen und Lücken zu schließen, das wiederum kann sich auch pekuniär zu Buche schlagen. Ein weiterer Gedanke, der mich plagt: Ist die noch intakte Verbindung zu meinem Sohn gefährdet, wenn es neben der Arbeit nur mehr das Lernen für mich gibt?

Na gut, mein Sohn ist sechzehn und fragt täglich nach, wann ich endlich auf Kur fahre und ob ich dann eh’ ganze drei Wochen wegbleibe? Und mein Lebensabschnittspartner, ja der hat vor knapp zwei Jahren selbst ein Studium in Krems begonnen. Ich habe ihn mit meinen Plänen erst auf die Idee gebracht. Jetzt ist er öfters eine Woche in der wunderbaren Weinstadt und wird nächsten Sommer seine Master-Thesis abliefern.

Da wäre es doch dumm, wenn nun ich, wo wir bald wieder gemeinsame Urlaube planen könnten, ein Studium begänne. Und außerdem, schaffe ich das überhaupt? So wälze ich das Problem hin und her und vertage die Entscheidung auf den nächsten September!