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Telemedizin verändert Flächenbedarf

Revolution im Medizinalbau:

Autor: Gerhard Rodler

Der beispiellose weltweite Lockdown im Zuge der Corona-Krise hat zu einer größeren Akzeptanz der Telemedizin geführt, hat die Credit Suisse erhoben. „Telemedizin und die Vision einer umfassenden virtuellen Gesundheitsversorgung könnten das bestehende Gesundheitssystem grundlegend verändern und Patienten auf einzigartige Weise vernetzen und versorgen - und zwar nutzerfreundlich und effizient“, sagen Thomas Amrein, Portfoliomanager des Credit Suisse (Lux) Digital Health Equity Fund, und Analystin Fang Liu.

Während Patienten in den USA in US-Großstädten einer Studie von 2017 zufolge im Schnitt 24 Tage auf eine erste ärztliche Beratung warten mussten, beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf eine Online-Konsultation in der Regel unter zehn Minuten. Auch die Zuverlässigkeit ist dank der Verwendung von Bildern und Videos gestiegen. „Damit ist die virtuelle Gesundheitsversorgung ein naheliegender Ersatz für eine persönliche ärztliche Beratung - besonders für Patienten mit dringenden Beschwerden“, so die Experten von Credit Suisse. Neben der Erstversorgung breitet sich die Nutzung der Telemedizin auch auf andere Bereiche aus, beispielsweise die Verhaltensmedizin. „Die entsprechenden Krankheiten eignen sich durch ihre lange Dauer und wiederkehrende Natur für Online-Konsultationen“, sagen Liu und Amrein. Ein vielversprechender Bereich sei zudem die Kombination aus Fernüberwachung und Telemedizin, gestützt durch Innovationen wie das Diabetes- und Herz-Rhythmus-Management per Fernzugriff.

Mit der virtuellen medizinischen Grundversorgung können die Notfallversorgung, Verhaltensmedizin, psychische Gesundheit, das Management chronischer Erkrankungen und andere spezialisierte Angebote wie die telemedizinische Versorgung durch Kinderärzte virtuell stattfinden. Das geht einher mit niedrigeren Monatsbeiträgen und verbessert zudem den Zugang zu Fachärzten und Spezialisten. Ein weiterer Vorteil: Elektronische Patientenakte, Termine und Zahlungsverlauf wären an einem Ort zentral verfügbar.

Das Modell der virtuellen medizinischen Grundversorgung eignet sich sowohl für Länder mit Einheitskasse als auch für Länder mit eingeschränkter persönlicher Grundversorgung wie etwa China, wo ein Mangel an Hausärzten herrscht.