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Viel Potenzial für Berliner Hotelmarkt

Hotelbranche freut sich über 27 Millionen Übernachtungen

Autor: Charles Steiner

Den Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren und die damit eingeleitete Wende in Richtung Wiedervereinigung hat sich für Berlin als der Boost für den Tourismus erwiesen. Mittlerweile erweist sich die Tourismusbranche als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der deutschen Bundeshauptstadt. 235.000 Menschen sind in diesem Segment Vollzeit beschäftigt. Und innerhalb der 30 Jahre hat sich die Anzahl der Nächtigungen verdreifacht, schreibt BNP Paribas Real Estate im aktuellen City Report Hotelmarkt Berlin. Dieser weist Berlin als Nummer drei im europaweiten Städtetourismus aus - und die Anzahl der Nächtigungen steigt jedes Jahr - ideale Bedingungen also für Hoteldeveloper und -Bestandshalter.

Mit gut 27 Millionen Übernachtungen wurde das Vorjahresergebnis um gut 5 Prozent übertroffen und eine neue Bestmarke aufgestellt, heißt es in der Analyse. Und es sind nicht nur Touristen, die den Hotelmarkt pushen, sondern auch Geschäfts- und Kongressreisende. Letztere gewinnen immer mehr an Gewicht, sagt Alexander Trobitz, Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate. So seien allein im Vorjahr mehr als 120 Messen mit 2,5 Millionen Besuchern veranstaltet worden, damit ein immer wichtigerer Nachfragetreiber für den Hotelmarkt. „Auch das Angebot entwickelte sich in den letzten Jahren stark expansiv. Seit 2010 ist die Kapazität des Berliner Hotelmarkts um über 30.000 Betten gestiegen, was die Grundvoraussetzung für die hohen Wachstumsraten auf der Nachfrageseite darstellt“, so Trobitz.

Und es gibt noch jede Menge Entwicklungspotenzial:Zwischen 2010 und 2018 habe, laut BNP Paribas Real Estate, die Zahl der Übernachtungen in der deutschen Hauptstadt insgesamt um knapp 61 Prozent zugelegt, während die verfügbare Bettenkapazität um etwa 36 Prozent angestiegen sei. Hieraus resultiere ein Nachfrageüberhang von 25 Prozentpunkten - deutlich mehr als an allen anderen großen Hotelstandorten des Landes.

In den vergangenen acht Jahren seien jährlich im Schnitt 374 Millionen Euro in Hotelimmobilien investiert worden, womit die Hauptstadt bundesweit an erster Stelle rangiert. 2018 lag das Transaktionsvolumen mit 521 Millionen Euro zwar deutlich niedriger als in den drei Rekordjahren zuvor, dies lässt sich allerdings vor allem auf das knappe Angebot zurückführen, zumal auch die Kaufpreise weiter anziehen. Die Pipeline ist aber gut gefüllt und liefert Platz für neue Marktteilnehmer. Entsprechende Neueröffnungen und Hotelprojekte seien demnach in allen Kategorien vorhanden und erstrecken sich über das gesamte Stadtgebiet, die Schwerpunkte lägen entlang des Mediaspree-Areals am Ostbahnhof, rund um den Alexanderplatz und im Umfeld des zukünftigen Hauptstadtflughafens.