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Trump, Mauer, Bauer

Vor wenigen Wochen ist Donald Trump in die wohl bekannteste Immobilie der Welt eingezogen - mietfrei. Im Weißen Haus randaliert "The Donald" im großen Stil. Dabei hält er sich nur an die Familientradition, und die trägt eine Immobilien-Vignette.

Autor: Romana Kanzian, Redaktionsbüro Berlin

Eines steht fest: Wäre Trumps Großvater damals auf Ellis Island von den Einwanderungsbehörden zurück ins Königreich Bayern geschickt worden, die Immobilienbranche wäre einer großen Werbeikone verlustig gegangen. Erst mit Trump wurde Real Estate ein sexy Business und eine Marke für Luxusimmobilien. Man mag den 45. Präsident der USA mögen oder nicht, in puncto Selbstvermarktung macht ihm kaum wer was vor. Sein Geld verdiente er zuletzt damit, dass er seinen Namen überall in der Welt an Hotels oder Immobilien vermietete. Dabei geholfen haben ihm auch seine glamourösen Frauen - zwei davon Models aus dem ehemaligen Ostblock.

Trumps Trophy-Wifes

Die Tschechin Ivana Marie Zelníčková heiratete er 1977. Seine umtriebige Gattin war es auch, die ihn zum Kauf des The Plaza Hotels bewog. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Donald jr. und Eric sowie die Tochter Ivanka hervor. Seit 2005 ist Trump mit dem slowenischen Model Melanija Knavs verheiratet. Offiziell eine ehemalige Architektur-Studentin. Bloß: Laut Angaben der Universität von Ljubljana war die Dame dort nie immatrikuliert. Bojan Pozar, Autor einer Biografie über Melanija, stellt eines nicht in Frage: "Diese Frau war in allem nur durchschnittlich, doch immer schon besonders kreativ, vor allem, was ihre Biografie betrifft. Alles an ihr ist optimiert, selbst ihr Körper hat nichts mehr mit dem vor 20 Jahren gemein." Trumps Frauen hin oder her, seinem Namen haben die Damen auf keinem Fall geschadet. Der Wert der Marke Trump dürfte mit seiner Präsidentschaft raketenhaft nach oben gegangen sein. Als erster Präsident verkaufte er seine Besitztümer nicht oder übertrug sie in einen "blinden" oder unabhängigen Trust. Aktuell steht sein Sohn Donald Junior dem Familienunternehmen The Trump Organization vor. Die Webseite des Unternehmens ist derzeit wegen des hohen Besucheraufkommens "out of order".

Immobilien und Geldwäsche

"Brick and mortar", also mit Ziegel und Mörtel hatte Trump Junior nichts mehr am Hut. Großvater und Vater waren noch "hands on", und Trump junior durfte bei seinem hemdsärmeligen Daddy einiges lernen. Beim Eintreiben von ausständigen Mieten machte sich Donalds Vater, Fred C. Trump, schon mal die Hände schmutzig. Allein auf Coney Island besaß Trump senior sieben Wohntürme, je 23 Stockwerke hoch. Die Hausverwaltung wurde dazu aufgefordert, nicht an Schwarze zu vermieten. Laut Medienberichten hört man heute aus Trumps Rhetorik eindeutig die Sprache des Geldeintreibers, Erpressers und semiseriösen Verkäufers heraus. Der Journalist Jürgen Roth schildert in seinem Buch "Schmutzige Demokratie" den Zerfall der politischen Kultur und sieht Querverbindungen europäischer Mafiapaten zu sehr nahen Vertrauten des derzeitigen US-Präsidenten Trump. "Immobilien und Geldwäsche - das ist häufig ein Zwillingspaar", so Roth. Er ortet skrupellose Machtausübung und Bereicherung der eigenen Clans. "Der neue US-Präsident Trump reiht sich jetzt in diese Linie ein."

Kein Glück im Spiel

Donald Trump ist nicht nur in der Hotel- und Immobilienbranche tätig, sondern setzte zeitweise auch massiv auf Spielbanken und andere Freizeitgeschäfte. Diese Unternehmen waren hauptsächlich in Atlantic City in New Jersey angesiedelt und wurden in der Holdinggesellschaft Trump Entertainment Resorts verwaltet. Ende der 1980er geriet Trumps Casinounternehmen in Schwierigkeiten. Viermal musste Trump wegen Zahlungsunfähigkeit für seine Casinounternehmen Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Handelsgesetzes anwenden. Trump war gezwungen, die Hälfte seines Casinos Taj Mahal sowie sein Plaza Hotel zu verkaufen. 1991 kam auch seine Yacht Trump Princess und die Fluggesellschaft Trump Shuttle unter den Hammer. 2009 zog sich Donald Trump endgültig aus der Glücksspielindustrie zurück. Allerdings vergibt Trump bis heute Lizenzen, die die Nutzung seines Namens für Casinoprojekte ermöglichen.

Die schottische Mauer

Auch in Schottland ist man über Trumps Aktivitäten lange nicht mehr nur glücklich. Im schottischen Balmedie baute der Unternehmer Donald Trump vor gut zehn Jahren eine luxuriöse Golfanlage. Trumps Mutter Mary McLoed ist gebürtige Schottin und stammt aus einem kleinen Dorf auf der schottischen Isle of Lewis. Zum richtigen Zeitpunkt versprach Trump den Schotten Milliardeninvestitionen, denn die Region befand sich wirtschaftlich in der Krise. Nachbarn, die ihre Grundstücke nicht verkaufen wollten, baggerte der Milliardär einen Erdwall vor die Haustür, der bis heute nicht abgetragen wurde - und schickte ihnen auch noch eine Rechnung. Diesen Plan will er nun auch an der Grenze zu Mexiko realisieren. Auch diese Mauer sollen die Mexikaner selbst zahlen. Für die britischen Medien war schnell klar: Das ist "Trumps Mauer in Schottland". Die Bilanz nach zehn Jahren Golfplatz: 19 statt der versprochenen 450 Hotelzimmer. 100 statt 6.000 Jobs. 30 Millionen Pfund statt eine Milliarde Investitionen. Bittere Nachbarn und ein zerstörtes Ökosystem. "The world's greatest golf course" ist nicht besonders gut besucht. Wer die Schotten einmal vergrault, hat es schwer, wieder Liebkind zu werden, selbst als mächtigster Mann der Welt. Dabei ist Trump leidenschaftlicher Golfspieler und behauptet, ein Handicap von 3,7 zu haben. Was die englische Tageszeitung The Guardian mit Berufung auf verlässliche Quellen bezweifelt. Insgesamt betreibt der New Yorker 18 Golfplätze, etwa in Puerto Rico, Dubai, Irland und eben in Schottland - genügend, um sein Handicap zu verbessern.

Immer Ärger mit den Nachbarn

David Milne, einer der Nachbarn aus Balmedie, erzählt seine Geschichte vor allem Medien. Seit nunmehr zehn Jahren währt der Kampf gegen den Trump. Dabei fing alles ganz harmlos an. Damals rief ein Mann namens Peter White bei ihm an und fragte ihn, ob er sein Grundstück kaufen könne. Milne lehnte ab. Ein paar Monate später schickte Trump seinen Sohn. "Wir konnten hier damals von Peterhead bis zum Leuchtturm am südlichen Ende von Aberdeen nahezu 40 Meilen Küste überblicken. Warum sollten wir das aufgeben? Sechs Monate später pflanzte er die Kiefern, um uns die Aussicht zu versperren." Ähnlich unsanft ging der Tycoon mit übrigen Nachbarn um. Irgendwann schalteten Trumps Leute auf die harte Tour. Susan und John Munro wohnen nebenan. Sie wachten wie die Milnes eines Morgens vom Lärm der Bulldozer auf. Der Erdwall um ihr Grundstück steht noch heute, neun Jahre später.

Hoteliers profitieren von Trump

Dünen, die nicht mehr wandern. Bittere Nachbarn, abservierte Lokalpolitiker. Alles Blödsinn, sagt Stewart Spence, Besitzer mehrerer Fünf-Sterne-Hotels in Aberdeen und Umgebung. "Die Zukunft Aberdeens liegt im Tourismus", wirbt Spence, deshalb ist er ein großer Fan von Trump. Denn: Kommen mehr Golfer nach Aberdeen, übernachten sie bei Spence im Hotel. Den Lauf der Welt akzeptieren und sein Grundstück verkaufen, das hat auch der dritte und letzte Nachbar Trumps abgelehnt, Lachsfischer Michael Forbes. Forbes hat wettergegerbte Haut, tiefe Falten. Auf einem Foto in der New York Times blickt er düster, fast böse. Er erzählt von einer mutwillig zerstörten Wasserleitung, von bestochenen Polizisten und Trumps Sicherheitsleuten, die ihn und seine Mutter in den vergangenen Jahren immer wieder schikaniert hätten. Das Ganze gipfelte darin, dass Trump Forbes einmal vor laufenden Kameras als "Schwein" beschimpfte.

Suzanne Kelly ist eine große, toughe Frau mit wilden roten Locken und einer sehr entschlossenen Mundpartie. Sie hat in den vergangenen Jahren unzählige Briefe und Emails an die Gemeinde geschrieben, damit sie etwa endlich die gekappte Wasserleitung zum Grundstück der Forbes repariert. Oder den Erdwall vor dem Haus der Munros abträgt. Umsonst. 2015 stellte sie eine Petition ins Netz, in der sie ein Einreiseverbot für Trump nach Schottland forderte. 600.000 haben unterschrieben.

Trumps Moneten

Die Schätzungen über Donald Trumps Vermögen weichen stark von seinen eigenen Angaben ab. Nach eigenen Angaben soll Trump im Jahr 2015 über ein Vermögen von etwa 8 Milliarden US-Dollar verfügen. Im Juli 2015 schätzte Donald Trump sein Vermögen gar auf 10 Milliarden US-Dollar. Der Grund für die Differenz lag angeblich in der vorher zu niedrigen Bewertung einiger seiner Immobilien. Laut Forbes besitzt Donald Trump aber "nur "4,1 Milliarden US-Dollar. Bloomberg schätzt Trump gar nur auf 2,9 Milliarden US-Dollar. Der New-York-Times-Autor Timothy O'Brien schrieb in seinem Buch "The Art of Being The Donald", Trump sei nicht Milliardär, sondern bloß Multi-Millionär; er schätzte das Vermögen auf 150-250 Millionen. Trump reichte dagegen Klage über fünf Milliarden US-Dollar wegen Diffamierung ("libel") ein - unterlag jedoch vor Gericht. In der Verhandlung wurde bekannt, dass die Deutsche Bank Trump ebenfalls nicht als Milliardär einstufte, sondern ein Vermögen von 788 Millionen US-Dollar schätzte. Auch das wies Trump zurück. Wie auch immer, inzwischen hat Donald Trump die Schwelle zum Milliardär definitiv überschritten - auch, oder - weil - seine Steuererklärung noch immer ein Geheimnis ist.

Trumps Immos - Nicht kleckern, klotzen

Trump Tower New York, Fifth Avenue
Der Trump Tower in der Fifth Avenue ist eines der bekanntesten Gebäude in Manhattan. Er ist Donald Trumps Hauptwohnsitz und beinhaltet alle Büros der Trump Organization. 1984 wurde das Hochhaus fertiggestellt. Es steht direkt neben dem berühmten Juwelier-Geschäft Tiffany. Er selbst wohnt zur Miete.

Trumps erste Villa in Greenwich, Connecticut
Donald Trumps erste Villa in Greenwich steht mittlerweile zum Verkauf. 45 Millionen US-Dollar soll sie kosten. Ausgestattet ist das Haus mit zahlreichen Extras, unter anderem einem privaten Tennisplatz und einer Anlegestelle für Boote.

Mar-a-Lago-Club, Palm Beach
Im Besitz und betrieben von Donald J. Trump, ist Mar-a-Lago der einzige private Club weltweit mit dem renommierten 6-Star Diamond Award der American Academy of Hospitality Sciences. Er gilt als einer der weltweit gefragtesten privaten Clubs. Wenn US-Präsident Trump zum Kurzurlaub ins Resort Mar-a-Lago nach Palm Beach fliegt, klagen die Hoteliers im Ort über Umsatzeinbußen. Hoteliers wie Jeff Greene, der das hochpreisige Tideline Ocean Resort besitzt, beklagen sich über ausbleibende Gäste. Dem Palm Beach International Airport entgehen durch die Sperrungen beim Landen der Air Force One jedes Wochenende eine Viertelmillion Dollar an Landegebühren oder Kerosinverkäufen.

Trump World Tower am East River in New York
Der Trump World Tower ist nicht zu verwechseln mit dem Trump Tower an der Fifth Avenue. Er steht am East River und ist eines der teuersten und höchsten Wohnhäuser der Welt. Er wurde im Jahr 2001 nach einer Bauzeit von nur zwei Jahren fertiggestellt.

Trump Parc, New York City
Ein Penthouse-Appartement im Trump Parc. Auch hier wird Luxus groß geschrieben: 38 Stockwerke hoch - mit Blick auf den Central Park.

Trump International Hotel and Tower in Chicago
Das Trump International Hotel and Tower wurde 1971 eröffnet. Es ist 178 Meter hoch und hat 44 Stockwerke. In ihm sind Eigentumswohnungen und ein Fünf-Sterne-Hotel untergebracht. Das Hochhaus war außerdem schon Drehort für den Film "Aushilfsgangster".

The Plaza Hotel, New York City
Das Plaza Luxus-Hotel ist international bekannt. 1907 wurde es eröffnet. Berühmt ist es besonders für seine im Stil der französischen Renaissance gehaltene Fassade und Innenausstattung. Früher gehörte das Hotel dank eines geheimen Deals über 407 Millionen US-Dollar Donald Trump. Er und Ivana renovierten das Hotel, doch die Betriebskosten und andere schlechte Investitionen überforderten Trump und 1995 musste er das Plaza schließlich wieder verkaufen.

Casinos und Hotels in Atlantic City
Donald Trump investierte auch in diverse Casinos und Hotels in Atlantic City. Sein Lieblingsprojekt war das Trump Taj Mahal. Ein hemmungsloser Protzbau, den Trump gerne das "achte Weltwunder" nannte. Den Menschen würde es Wohlstand bringen, die Stadt sanieren, so das Versprechen. Doch das Casino-Imperium und das Wohlstandsversprechen haben sich als Bluff herausgestellt und die Stadt ist faktisch bankrott.

Trumps Immobilien-Imperium in und außerhalb den USA

Donald Trump hat inzwischen viele Bauprojekte innerhalb und außerhalb der USA realisiert und ihnen seinen Namen gegeben. So ließ Trump in New York neben dem Trump Tower, in dem sich der Hauptsitz seines Unternehmens befindet, den Trump World Tower errichten und das Trump Building umbauen. In Chicago, Las Vegas, New York und Toronto gibt es jeweils ein „Trump International Hotel and Tower“. Die Trump Towers in Istanbul wurden von einer österreichischen Architektin, Brigitte Weber, geplant. Die Immobilie gehört Aydin Dogan, einem türkischen Trump-Pendant. Ein weiterer ist gegenwärtig im kanadischen Vancouver im Bau. Weitere Hotelprojekte für Dubai, Frankfurt am Main, Berlin und Stuttgart hat Trump allerdings vorerst aufgehoben bzw. aufgeschoben.

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