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UBM mit Rekord als Polster

Fokus liegt nun bei Liquidität

Autor: Stefan Posch

Heute präsentierte die UBM die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019. Dabei legte der Developer das zweite Rekordjahr hintereinander hin. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte 70,5 Millionen Euro, was einem Anstieg von 27 Prozent entspricht. Per Ende 2019 lag die Eigenkapitalquote bei 35 Prozent. Zudem verfügt UBM aktuell über liquide Mittel von mehr als 200 Millionen Euro.

„Auch wenn keinen mehr die Performance 2019 interessiert, verschafft sie uns doch einen wichtigen Polster im stärksten Abschwung seit der Weltwirtschaftskrise“, so UBM-CEO Thomas G. Winkler, der bei der Onlinepressekonferenz zwei mögliche Szenarien für die Post-Corona-Zeit skizzierte.

Das eine sieht eine L-förmige Entwicklung der Wirtschaft mit eingeschränkte Reisetätigkeit über Jahre und eine dauerhafte negative Veränderung des Lebens durch Corona vor. Dabei würden sich Private mit dem Konsum langfristig zurückhalten und auch Unternehmen etwa bei Büros und Geschäftsreisen Kosteneinsparungen durchführen. Dies würde dann zu einer großen Depression führen. Das positivere Szenario ist hingegen eine U-förmige Entwicklung der Wirtschaft. Dabei greift die „Liquiditäts-Bazooka“ der Staaten, wie schon zu Zeiten von 9/11. Dabei könnte Corona auch einen „extremer Lebenshunger und Konsumtätigkeit“ auslösen. Immobilien werden dabei als sicherer Hafen gesehen und die Zinsen über Jahre hinweg niedrig bleiben. An Mangel an Investitionsalternativen würde den Kampf um schrumpfendes Immobilienangebot verschärfen und gesunde Unternehmen sogar vom „Shake-out“ profitieren. Winkler glaubt eher an die U-förmige Entwicklung stellt aber auch klar, dass man für beide Szenarien vorbereitet sei. „Aus dieser Situation ergeben sich auch Chancen. Ein Developer kann immer Geld verdienen. In schlechten Zeiten kann er Geld verdienen, indem er billig einkauft“, erklärt er. „In dieser Phase ist das Hauptziel, sich weiter auf der Liquiditätsseite den Spielraum zu erhalten, den wir aktuell haben“, meint UBM-CFO Patric Thate. Zu spüren bekommt die UBM die Krise besonders in der Assetklasse Hotel. Thate geht im Jahr 2020 von einem operativen Verlust von 10 Millionen Euro im Hotelbetrieb aus. 2019 wurde noch ein Plus von 5 Millionen verzeichnet. „Die Assetklasse Hotels wurde in extremer Mitleidenschaft gezogen. Wir müssen uns da neu erfinden“, so Winkler auf die Frage, ob die UBM auch in Zukunft weiterhin so stark auf Hotels setzen wird. Wesentlich sei, sobald sich der Nebel einigermaßen zu lichten beginnt, in neue Projekte einzusteigen und so kurz- und langfristig Geld zu verdienen.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!