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Überlebensstrategie für Geschäfte

Umfrage weckt wieder Hoffnung

Autor: Gerhard Rodler aus Cannes

Der europäische Verbraucher der Zukunft will vor dem Kauf das Produkt berühren und erfühlen, ist im Umgang mit Technik erfahren und erwartet, Einkaufen als Erlebnis wahrzunehmen und dabei unterhalten zu werden. Das zeigt die CBRE-Studie „How We Shop – The Changing Face of Europe’s Consumer”.

Entgegen der landläufigen Meinung sei das „Touch and feel“ von Produkten für die jüngeren Generationen besonders wichtig. 86 Prozent der jungen Erwachsenen (16 bis 24 Jahre) sind der Ansicht, dass Ladengeschäfte auch im Onlineverkaufsprozess wichtig sind. Gleichzeitig ist diese Altersgruppe mit digitaler Technik vertrauter als höhere Altersgruppen und nutzt Blogs oder soziale Medien, um Produktbewertungen und den günstigsten Preis zu finden. Die Studie ist die erste ihrer Art, bei der über 10.000 Personen in zehn europäischen Ländern befragt wurden, um zu untersuchen, wo und wie Konsumenten entsprechend ihres demographischen Profils einkaufen.

Die Untersuchung zeigt, dass die jungen Erwachsenen am häufigsten cross-medial unter Verwendung aller Methoden wie Internet, Shopping-Center und Ladenlokale einkaufen.

Der Einkauf in der näheren Umgebung wird dabei aber auch gerade für junge Erwachsene immer wichtiger, die durchschnittlich 19 Mal pro Jahr Ladenlokale vor Ort besuchen, um Kleidung zu kaufen. Die jungen Erwachsenen konsumieren am häufigsten in den Innenstädten oder den Hauptstraßen, da diese leicht zu erreichen sind und viele kein Auto besitzen. Verbraucher mit niedrigeren Einkommen aller Altersgruppen planen, ihr Auto in Zukunft seltener zum Einkaufen zu nutzen. Das wird den Anteil der Nahversorgung noch weiter erhöhen.

Vom langsamen Sterben der Einzelhandelsflächen merkt man auf den High Streets der Welt ohnedies (noch) nichts – im Gegenteil, die Mieten steigen weiter. Die teuerste Einkaufsstraße der Welt ist, zum zweiten Mal in Folge, die Causeway Bay in Hongkong mit monatlich 2.082 Euro pro Quadratmeter Spitzenmiete, das geht aus einer neuen Marktstudie von Cushman & Wakefield hervor. Der Wiener Kohlmarkt, zuletzt auf Rang 11, schaffte es jetzt mit 370 Euro/m² sogar gerade noch in die Top-10-Liga.

Erneut den zweiten Platz als teuerster Einzelhandelsstandort verteidigt hat die 5th Avenue in New York mit umgerechnet 1.725 Euro/m² Höchstmiete, gefolgt von der Avenue des Champs-Élysées in Paris, die trotz eines überaus rasanten Preisanstiegs um mehr als ein Drittel auf 1.105 Euro/m² auf dem dritten Rang verblieb.

Von der 6. auf die 4. Stelle nach oben gesprungen ist die New Bond Street in London (722 Euro/m²), dafür rutschte die Ginza in Tokio (679 Euro/m²) einen Platz nach hinten, gefolgt von der Via Montenapoleone in Mailand (625 Euro/m²), die zwei Ränge gut machte. An 7. Stelle folgt dann unverändert die Zürcher Bahnhofstraße (603 Euro/m²), danach die Pitt Street Mall in Sydney mit 587 Euro/m² (früher auf Platz 5) und unverändert auf Platz 9 die Myeongdong in Seoul (505 Euro/m²).