Immobilien Magazin

Verhaltene Retail-Investments in Deutschland

Der deutsche Retailinvestmentmarkt zeigt sich - trotz anfänglichem Drive - in den ersten drei Monaten eher verhalten. Einer aktuellen Analyse von BNP Paribas Real Estate zufolge bewege sich das bisher gehandelte Volumen von 7,53 Millionen Euro zwar mit minus drei Prozent leicht unter dem Zehnjahresschnitt, jedoch um 15 Prozent unter dem Umsatz des Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Autor: Charles Steiner

BNP Paribas Real Estate begründet das damit, dass seit März keine Einzeltransaktionen im dreistelligen Millionenbereich registriert worden seien. Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services: „Weitere Umsatztreiber, zu denen in erster Linie auch die komplette Übernahme von Galeria Karstadt Kaufhof durch die Signa im Sommer gehörte, blieben im dritten Quartal aus." Weiterhin erfreulich sei jedoch die Entwicklung im Fachmarktsegment: So ist als größte Transaktion der letzten drei Monate mit dem Portfolio “Salt & Pepper„ ein Paketverkauf zu nennen, bei dem sich die Hahn Gruppe 13 Fachmarktzentren bundesweit sicherte. Mit 3,4 Milliarden Euro und fast 45 Prozent des gesamten Volumens nahmen Fachmarktzentren überdies eine wesentliche Rolle im Investmentgeschehen ein.

Wie aus der Analyse weiter hervorgeht, spiele sich das Gros der Investmenttätigkeiten in den A-Standorten ab. Mit knapp 3,1 Milliarden Euro liegt ihre Bilanz in etwa auf Vorjahresniveau und wurde in den letzten fünf Jahren nur 2015 deutlich überschritten. Gleichzeitig zeichnen die größten deutschen Märkte mit 41 Prozent des bundesweiten Volumens sogar für den höchsten Anteil in dieser Zeitspanne verantwortlich. In ihrer eigenen Liga spielte weiterhin die Hauptstadt, die erneut die Milliarden-Marke knacken habe können und damit an das Vorjahresresultat anknüpfe. Über eine halbe Milliarde Euro wurde zudem in München (676 Millionen Euro) und Stuttgart (515 Millionen Euro) investiert, während sich Hamburg (355 Millionen Euro), Düsseldorf (243 Millionen Euro), Frankfurt (154 Millionen Euro) und Köln (138 Millionen Euro) unter dieser Grenze einordnen.

Während die Spitzenrenditen an den meisten A-Standorten nach der jahrelangen Talfahrt seit 2017 stagnieren, war die Yield Compression in den beiden teuersten Märkten Berlin und München im Jahresverlauf noch nicht gänzlich abgeschlossen: Mit jeweils 2,80 Prozent haben sich Geschäftshäuser in den Top-Lagen der Bayern-Metropole sowie der Hauptstadt im 12-Monats-Vergleich noch einmal leicht verteuert und somit den Abstand auf Hamburg (3,00 Prozent) ausgebaut. Frankfurt bleibt der Hansestadt auf den Fersen (3,10 Prozent) und behauptet seine Position vor den Märkten Düsseldorf, Köln und Stuttgart (alle 3,20 Prozent).