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Fast 50.000 Wohnungen bis 2030 benötigt

Baubewilligungen durch Corona rückläufig

Autor: Charles Steiner

Wien wächst rasant weiter und das macht zusätzlichen Wohnraum dringend notwendig. In den nächsten zehn Jahren werden laut einer Einschätzung von CBRE rund 3,81 Millionen m² respektive 48.000 neue Wohnungen benötigt werden. Zwar ist das Neubauvolumen mit heuer rund 17.000 Wohneinheiten auf einer Rekordhöhe und jenes im kommenden Jahr um nur sechs Prozent dahinter, dennoch sind für die weitere Pipeline die Baubewilligungen rückgängig, weswegen sich die Fertigstellungen in den kommenden Jahren weiter reduzieren werden. Was im Übrigen ohnehin im Sinne der neuen Wiener Stadtregierung aus SPÖ und NEOS ist, die im Koalitionspapier entsprechend festgehalten hatte, dass das Widmungs- und Bauprogramm von bisher 10.000+ Wohnungen reduziert werden soll, um die „gewachsenen Strukturen in den Außenbezirken besser zu berücksichtigen“.

Jedenfalls: Laut CBRE bleiben großvolumige Projekte im Trend, Neubau-Hotspot bleiben die Flächenbezirke im Nord- sowie Südosten von Wien, wo 2021 6.379 bzw. 5.710 Wohneinheiten fertiggestellt werden. Auch die Preise ziehen aufgrund des Zuzugs in die Stadt an. Die Kaufpreise seien heuer um rund 10 Prozent gestiegen, der höchste Anstieg wurde in der Wohnlage „Dicht verbautes Gebiet“ - also in den Bezirken 1150 und 1200 sowie in Teilen von 1120, 1140, 1160, 1170, 1190 verzeichnet. Durchschnittlich zahlt man pro Quadratmeter Eigentumswohnung in Wien 5.479 Euro, wobei die Bandbreite zwischen 6.539 Euro (Innere Bezirke) und 4.254 Euro (Flächenbezirke Südost).

Dafür bleiben die Mieten in allen Bezirken stabil, durch die Coronapandemie befürchtete Mietausfälle hätten sich als unbegründet erwiesen. Einzig kleine Wohnungen, die in den letzten Jahren über Online Plattformen wie z.B. Airbnb touristisch vermietet wurden, blieben aufgrund des Ausbleibens internationaler Touristen leer und landen nun wieder im Mietmarkt. Und: Die Krise hat die Investments in den Wohnbereich weiter verstärkt: Von Jänner bis November 2020 wurden in die Assetklasse Wohnen rund 750 Millionen Euro investiert, die damit die zweitstärkste Assetklasse - nach Office - am Wiener Markt ist. Die meisten Investitionen - rund 48 Prozent - gehen auf die Konten deutscher Investoren, gefolgt von Österreichern (37 Prozent) und internationalen Investoren (15 Prozent). Laut Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE Österreich hätten auch neue Investoren die Assetklasse Wohnen für sich entdeckt.