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Visa zum Tag: Lettland ist anders

Lettland streitet über Visa für Investoren

Autor: Gerhard Rodler

Die Spanier machen es, die Griechen sowieso. Vor etwas mehr als drei Jahren rollte auch Lettland den roten Teppich für Investoren aus Nicht-EU-Staaten aus. Um einen Weg aus der tiefen Wirtschaftskrise zu finden, beschloss die Regierung damals, Schengen-Visa im Gegenzug für ausländische Investitionen zu vergeben: Wer in dem baltischen EU-Land eine bestimmte Geldsumme in Immobilien oder Unternehmen investiert, erhält ein fünfjähriges Aufenthaltsrecht - und somit freien Zugang zum Schengen-Raum, also zu den meisten EU-Staaten und weiteren europäischen Ländern.

Mit dem Programm lockte die Ex-Sowjetrepublik, die Anfang 2014 der Eurozone beitrat, mehr als eine halbe Milliarde Euro ins Land. Doch die Vergabepraxis ist jetzt umstritten - Kritiker befürchten eine Überfremdung und den Ausverkauf Lettlands.

Mehr als 70 Prozent der Investoren stammen aus Russland, die übrigen aus der Ukraine, Kasachstan - und immer häufiger auch aus China.

Als Nicht-EU-Ausländer müssen sie eine Immobilie im Wert von mindestens 50.000 Lats (71.134 Euro) auf dem Land oder für das Doppelte in Großstädten wie Riga erwerben. Alternativ können sie längerfristig Termingeld bei einer einheimischen Bank anlegen oder in eine lettische Gesellschaft investieren. Doch die meisten kaufen ein Grundstück oder ein Haus.